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Herr Favre, wie nah waren Sie an einer Herzattacke?
Lucien Favre: Es war eine unglaubliche Spannung auf allen Plätzen. Ich habe gelitten, klar. Es war unglaublich.
Haben Sie die Zwischenstände bei den anderen Partien mitgekriegt?
Ja, klar. Erst war ich zufrieden, als Hoffenheim 1:0 gegen Wolfsburg führte und wir ja auch. Als aber Frankfurt in Dortmund dann das 1:0 machte, war das ein harter Schlag.
Ihre Mannschaft wirkte dann zeitweise wie gelähmt.
Keine Mannschaft der Welt kann das beherrschen, wenn du auf dem Video-Würfel siehst, dass Frankfurt 1:0 in Dortmund führt. Wir haben in der zweiten Halbzeit zu kompliziert gespielt, zu viele Ballverluste gehabt. Es war eine Frage der Zeit, bis wir die Quittung bekommen.
Sind Sie denn zufrieden oder enttäuscht, dass man sich nicht direkt gerettet hat?
Wir sind schon erleichtert, alle haben es verdient, diesen Relegationsplatz zu erreichen. Wir haben in zwölf Spielen 20 Punkte geholt, das ist nicht schlecht.
Ihre Frau und Ihr Sohn sassen auf der Tribüne. Half Ihnen das?
Natürlich gibt das Kraft.
Werden Sie auch am Donnerstag im Relegationsspiel gegen Bochum oder Fürth da sein?
Mein Sohn ist schon wieder weg, meine Frau fährt jetzt mit dem Privatwagen nach Gladbach. Es ist wichtig, dass meine Frau am Donnerstag da ist (lacht).
Sie müssen in der Barrage erst zu Hause, dann am Mittwoch in einer Woche auswärts antreten. Hätten Sie’s nicht lieber umgekehrt?
Es ist egal, ich kanns nicht ändern. Die Chancen stehen 50 zu 50, es gibt keinen Favoriten. Vielleicht ist der Druck auf uns jetzt grösser. Jeder denkt, die sind in der Bundesliga, die anderen nur Dritter der zweiten Liga. Es wird sehr schwer.
Sind Sie auch ein bisschen stolz, was Sie mit dieser Borussia schon erreicht haben?
Ich bin optimistisch und zufrieden für alle. Aber am Ende zählt nur die Rettung.