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In Stuttgart brennt der Baum: Nach nur gerade acht Punkten aus neun Bundesligaspielen findet sich der VfB auf dem 13. Platz wieder. In der Champions League wartet nach zwei Niederlagen in drei Spielen das frühzeitige Aus. Die Luft wird dünn für Trainer Markus Babbel.
Was läuft schief im Schwabenland? Ein individueller Fehler jagt derzeit den anderen: Gegen Sevilla floppt Goalie Lehmann, genauso wie Verteidiger Boulahrouz. Und im letzten Bundesliga-Spiel legt der überforderte Celozzi dem Schalker Rakitic das Tor förmlich auf.
Neueinkäufe reüssieren noch nicht
Die Neueinkäufe Pogrebnjak, Hleb oder Kuzmanovic (ex-FCB) haben Startschwierigkeiten. Alexander Hleb wird bei seiner Auswechslung gegen Sevilla von den eigenen Fans ausgepfiffen. Auch Captain Hitzlsperger läuft seiner Form gehörig nach. Momentan sitzt der Nationalspieler auf der Bank. Pikant: Als er gegen Sevilla nach 69 Minuten eingewechselt wird, gibt ihm Ersatz-Captain Tasci die Binde nicht. Riecht es da nach Zoff? Das hätte gerade noch gefehlt.
Oder ist das Hauptproblem ein ganz anderes? Babbel besucht derzeit die Trainerausbildung in Mainz. Seine Präsenz bei der Mannschaft ist durch die Doppelbelastung knapp bemessen. Verliert er dadurch den Überblick und die Autorität? Ein vieldiskutiertes Thema, das aber von allen Seiten heruntergespielt wird.
Noch wird Babbel vom Vorstand gedeckt
Für jede Krise muss einer den Kopf hinhalten. Branchenüblich ist es meist zuerst der Trainer. Aber der 37-Jährige scheint das Vertrauen noch zu geniessen. Manager Heldt stellt bisher nur die Spieler an den Pranger: «Bevor was mit dem Trainer passiert, passiert etwas mit der Mannschaft. Der Trainer ist nicht das schwächste Glied in der Kette. Das ist vielleicht bei anderen Vereinen so, aber nicht beim VfB.»
Doch was plant Heldt? Sollen mehrere Stars entlassen werden? Tönt nicht wirklich realistisch. Zudem: Der Coach formt bekanntlich seine Mannschaft. Erst recht nach dem Abgang von Mario Gomez zu den Bayern, als Babbel ca. 70 Mio. Franken zur Verfügung standen und er seine Wunschtransfers tätigen durfte. Sollten sich die Neuen als Fehleinkäufe entpuppen, es würde wohl Babbel angekreidet.
Marcel Koller neuer VfB-Coach?
Das Spiel am kommenden Samstag in Hannover kann bereits zu einem Schicksalsspiel werden. Denn Manager Horst Heldt deckt seinem Trainer den Rücken nur bedingt: «Babbel ist der richtige Mann für uns. Klar ist aber auch, dass wir Ergebnisse brauchen...». Ein Nachfolger lauert bereits: Die «Frankfurter Allgemeine» («FAZ») bringt Marcel Koller als möglichen neuen VfB-Coach ins Spiel.
Der Name des Schweizers, der erst vor kurzem in Bochum entlassen wurde, werde bei den Schwaben an erster Stelle gehandelt. «Kollers Weg beobachtet man in Stuttgart schon eine Weile und sieht in ihm eine Art Konzepttrainer», schreibt die «FAZ». Für Marcel Koller eine Ideallösung. Der Zürcher möchte in der Bundesliga bleiben und könnte nach Jahren bei Bochum, in denen er stets gegen den Abstieg kämpfen musste, nun mit dem VfB in eine andere Sphäre eindringen.