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Rote Karte! Sieben Schiedsrichter in Deutschland wurden angezeigt, einen Kollegen missbraucht zu haben. (Keystone)
Die unglaubliche Geschichte über einen gewaltsamen Übergriff passierte bei einem Schiri-Lehrgang in der saarländischen Neuberger-Sportschule, wie die Süddeutsche Zeitung enthüllt.
Sieben Schiris angezeigt
In einer durchzechten Nacht nehmen sich sieben Schiris einen betrunken schlafenden Kollegen vor und führen ihm eine Trinkflasche anal in den Körper ein. Das Opfer konnte sich nicht wehren, der Missbrauch soll sogar gefilmt worden sein.
Ende Juni hat der Geschändete Strafanzeige gegen seine sieben «Kollegen» gestellt. Besonders brisant: Unter den Angeschuldigten befindet sich auch einer, der vom Deutschen Fussball-Bund (DFB) für die neue Saison in die 2. Bundesliga befördert werden sollte.
Beförderung hinfällig
Schiri-Boss Herbert Fandel, früherer Fifa-Schiedsrichter, reagierte intern sofort. Forderte Stellungnahmen ein und leitete diese «unmittelbar» an den DFB weiter.
«Darüber hinaus habe ich ein Gespräch mit … geführt. Der ursprüngliche Beschluss der DFB-Schiedsrichterkommission, ihn in die zweite Liga aufsteigen zu lassen, war danach hinfällig», so Fandel. Ein paar Tage später habe ihm der Referee ein «Rücktrittschreiben» geschickt.
Schiri auf Ecstasy?
Zuvor hatte das deutsche Schiedsrichterwesen bereits mit der gesorgt. Ex-DFB-Funktionär Manfred Amerell wird vom 27-jährigen Schiedsrichter Michael Kempter angezeigt, ihn und drei Kollegen sexuell genötigt zu haben.
Die Sache ist noch immer nicht gegessen. DFB-Boss Dr. Theo Zwanziger steht noch immer hinter den Aussagen Kempters. Die Augsburger Strafverfolgungsbehörde hat allerdings alle Ermittlungen in diesem Fall eingestellt.
Unter den von Amerell «belästigten» Schiris, die es bis in die zweite Liga geschafft haben, ist auch ein zurückgetretener. Bereits 2009 hatte er seine Karriere als DFB-Schiri beendet, nachdem er bei einem Zweitliga-Spiel zur Halbzeit kollabiert war und darauf zwei Nächte in einer Klinik verbringen musste. Eine in der Klinik vorgenommene Urinprobe ergab: Ecstasy. (wst)
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DFB-Schiri-Boss Herbert Fandel. (Keystone)