
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Sonntag, kurz nach 10 Uhr. Ludovic Magnin (30) nimmt daheim in Stuttgart einen Anruf von BLICK entgegen.
Magnin wirkt nachdenklich. Wegen des Fan-Aufstandes am Abend zuvor. «Das ging deutlich zu weit», redet sich Ottmar Hitzfelds Vize-Captain in Rage. «Sie riefen schon vor dem Match: ‹Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot!› Dazu machten sie Tötungsgesten. Ich bin Familienvater. Ich habe es nicht verdient, dass mich jemand töten will. Die Leute hier haben trotz Enke nichts gelernt.»
Rund 200 schwarz gekleidete Fans empfangen am Samstagmittag den Mannschaftsbus vor dem Keller-Duell gegen Bochum. Eine Knall-Petarde fliegt gegen den Bus, berittene Polizei muss das Team schützen.
Magnin: «Ich erlebte mit der Nati schon die Geschichte in Istanbul. Ich bin froh, dass ich 13 Jahre als Profi überstanden habe. Ich verstehe, dass uns die Fans kritisieren. Aber was jetzt hier vor dem Spiel abging, geht eindeutig zu weit. Da musst du wirklich einen starken Charakter haben. Für unsere Jungen waren diese Vorfälle eine Katastrophe.» Stuttgart spielt nach den Morddrohungen wie gelähmt, kommt nicht über ein 1:1 hinaus. Am Tag danach muss Trainer Markus Babbel gehen, Christian Gross übernimmt.
Auf die Entscheidung, Stuttgart in der Winterpause Richtung FCZ zu verlassen, hat Gross’ Verpflichtung keinen Einfluss. Magnin: «Ich habe meinen Entscheid getroffen.»