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Fünf Liga-Pleiten in Folge und das blamable Cup-Out gegen den Zweitligisten 1860 München (3:6 nach Penaltyschiessen) sind genug: Deutschlands Medien schiessen scharf gegen das letzte Schweizer Bundesliga-«Trainerli» Lucien Favre.
Die «Bild»-Zeitung titelt: «Der Trainer-Blödsinn des Jahres.» Und bezweifelt im Artikel Favres Glaubwürdigkeit. Sie stellt die Frage: «Kann man Favre noch ernst nehmen?»
Auch die «Süddeutsche» schlägt kritische Töne an: «Es war eine groteske Situation, wie Spieler und Verantwortliche versuchten, der Niederlage in der Münchner Arena etwas Positives abzugewinnen.»
Anstoss zur Medienschelte sind Favres Aussagen nach dem Cup-Out. Der Romand redet die Niederlage – gegen einen Zweitligisten notabene – schön, sagt Sätze wie: «Es war keine Niederlage. Es war ein 2:2! Wir haben im Elfmeterschiessen verloren.» Oder: «Ich habe nichts zu kritisieren, bin optimistisch.» Und: «Wir haben noch in keinem Spiel so viele Chancen herausgespielt. Das stimmt mich positiv.»
Solche Aussagen sind natürlich ein gefundenes Fressen für die deutschen Medien, die Favre definitiv auf die Abschussliste setzen.
Viel weiter als die «Bild»-Zeitung geht ein deutsches Privatradio. Weit unter die Gürtellinie! Gestern morgen fragte es seine Hörer, ob die rechtsradikale Partei NPD Favre nach Hause schicken soll.
Zur Erklärung: Die NPD schickt Briefe an Politiker mit ausländischem Hintergrund und fordert diese auf, Deutschland zu verlassen.
Die Luft für Favre wird dünner! Und die nächsten Partien sind kein Grund für Optimismus. Am Sonntag wartet Hoffenheim, danach spielt Hertha in der Europa League bei Sporting Lissabon.
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«Kann man Favre noch ernst nehmen?», fragt sich die «Bild»-Zeitung. (Reuters)