Kubi zum Favre-Rücktritt «Wenns brenzlig wird, haut er ab!»

BLICK-Kolumnist Kubilay Türkyilmaz analysiert den Abgang von Lucien Favre in Gladbach.

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Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 RB Leipzig 13 29:11 33
2 Bayern 13 29:9 30
3 Hertha BSC 13 22:13 27
4 Hoffenheim 14 25:14 26
5 Frankfurt 14 19:11 26
6 Dortmund 13 31:15 24
7 1. FC Köln 13 18:12 22
8 Schalke 13 18:15 17
9 Leverkusen 13 20:21 17
10 Mainz 13 23:25 17
11 Freiburg 13 17:25 16
12 Augsburg 13 11:15 14
13 Gladbach 13 13:22 13
14 Bremen 13 17:32 11
15 Wolfsburg 13 12:18 10
16 SV Darmstadt 98 13 11:26 8
17 Hamburg 13 10:27 7
18 FC Ingolstadt 13 10:24 6

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«So wie ich Lucien Favre kenne, hat es mich nicht überrascht, dass er den Bettel hingeschmissen hat. Er ist ein grossartiger Trainer, der es versteht, das Beste aus den Spielern rauszukitzeln. Das ist seine grosse Qualität. Aber die kann er nur ausspielen, wenn es gut läuft.

Sobald er Gegenwind hat, hat er ein Problem, den Schalter umzukippen. Er kann nicht auf einen anderen Modus umschalten. Es würde ihm gegen den Strich und gegen seine Philosophie gehen, einen anderen Fussball spielen lassen zu müssen, als jenen, der ihm vorschwebt.

Ich habe mit Lulu in den 90er-Jahren sowohl bei Servette wie auch in der Nati zusammengespielt. Er war Captain bei Servette. Wenn es dem Team lief, war er überragend. Ein Klassespieler. Phänomenal. Doch wenn es nicht lief? Dann sah man ihn auf dem Platz nicht. Er verlor sich irgendwo im Team. Er liess sich von negativen Gedanken total vereinnahmen.

Deshalb übermannte ihn auch bei Gladbach eine totale Ratlosigkeit, als diese Serie von sechs verlorenen Spielen kam, nachdem es zuvor nur aufwärts gegangen war. Sechs Niederlagen in Serie tun weh. Verdammt weh, glauben Sie mir! Für ihn war dann klar, was er zu tun hat: gehen! Wenn es brenzlig wird, haut Lulu ab.

Doch das war ein Fehler. Diese Komponente, einmal totalen Gegenwind zu überstehen und da durchzugehen, die fehlt ihm in seiner glanzvollen Trainerlaufbahn. Hätte er Gladbach aus dem Sumpf gezogen, hätte er diese Lücke in seinem Profil schliessen können. Jürgen Klopp hat das letzte Saison beim BVB vorgemacht und Dortmund sogar noch für die Europa League qualifiziert. Danach ging er. Wohlüberlegt. Er liess niemanden im Stich.

Favre tat das. Vor allem seinen Vorstand, von dem er vollste Rückendeckung hatte. Aber auch sein Team, das er so lange erfolgreich trainiert hatte, und das ihn nie in Frage stellte, das er immer noch erreichte.

So aber? So aber verbaut sich Favre den Weg zu einem ganz Grossen des Weltfussballs wie Bayern. Obwohl er (sonst) das Zeug dazu hätte, die Münchner zu trainieren.

Publiziert am 21.09.2015 | Aktualisiert am 22.09.2015

Deutsche schimpfen: «Stillos und feige»

Favre entscheidet für sich, dass er nicht mehr will. Trotz Vertrag bis 2017 schmeisst er egoistisch die Brocken hin. Er lässt seine Spieler, die Fans und Manager Max Eberl einfach im Stich. Pardon, Monsieur Favre: Das ist stillos und feige.
«Bild»

Dass Favre hinter dem Rücken der Borussen seine Entscheidung öffentlich macht, ist ein Affront. Mit seinem skurrilen Alleingang brüskiert er den Klub und stellt die Klub-Bosse öffentlich bloss. Favre pfeift auf den Vertrauensvorschuss, er lässt den Klub und das Team im Stich.
«Kicker»

Dieser Abgang ist ein typischer Favre. Der Trainer von Gladbach war immer im Letzten undurchschaubar, ein gerade in der öffentlichen Darstellung sperriger, errastischer Mensch.
«Spiegel Online»

Favre schockt sie alle (...) Es gehört zur Persönlichkeitsstruktur des eigenwilligen Fussballlehrers, dass er permanent im Zustand eines möglichen Rücktritts lebt.
«sueddeutsche.de»

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30 Kommentare
  • uli  folly aus Genève
    22.09.2015
    Da gebe ich Türkylmaz nur bedingt recht,Favre hat all die Transfers die er wollte nicht bekommen,da ist für mich Eberl viel mehr schuld an diesem Favre Rücktritt.Und dazu kommt dass Favre doch tun kann was er für richtig findet,ich Denke Eberl 50 Prozent und Favre 50 Prozent schuld.Wenn es nach dem Geld ginge ein schlechter Entscheid,vielleich haben die Verantwortlichen nur darauf gewartet dass Favre einen solchen Entscheid trifft,dieser Mann hat Klasse.
  • Urs  Peter aus Licey
    22.09.2015
    favre wollte nicht,dass das gleiche passiert wie in berlin wo er raussgeschmissen wurde.der vorstand kann noch lange von einer nicht entlassung sprechen,was aber sehr gefaehrlich ist im fussball.man darf die sponsoren nicht vergessen die sind diejenigen die das sagen haben.bei abstiegsgefahr heisst es sofort kein geld mehr oder trainer weg,so laeufts.das war auch favre bewusst.
  • Heinz  Waterkamp , via Facebook 22.09.2015
    Kolumne von Türkyilmaz hin oder her, sein Rücktritt, so wie Favre es vollzogen hat, war unüberlegt und nicht professionell gegenüber den Verein.
  • Adi  Zollinger aus Lanzenneunforn
    22.09.2015
    Sorry, Kubi, du warst zwar mein Stürmer-Held der 90er, aber über einen ehemaligen Weggefährten und fachlich wohl kompetentesten Trainer der Gegenwart so zu schreiben, zeugt von einer selbstgefälligen Respektlosigkeit sondergleichen. Du warst genial mit dem Ball am Fuss, aber von Fussball an und für sich hast du keine Ahnung. Mein Tipp deshalb: zeig doch du mal, was du als Trainer so drauf hast, dann erscheinen deine Kommentare vielleicht in einem anderen Licht...
  • Gottfried  Zaugg aus Belp
    22.09.2015
    Was hat denn der neue YB Trainer gemacht? Genau das Gleiche bei Red Bull weil auch die besten Spieler verkauft wurden.
    • Christian  Kronenberg aus Therwil
      22.09.2015
      Solches verhalten von den Trainer ist sehr unprofessionell gegenüber dem Verein! Favre wird mit seiner Einstellung NIE ein grosser Trainer werden. Wenn Hütter dies anscheinend bei Salzburg auch so gemacht hat, dann ojee YB. Die Trainer verlangen von den Spielern Gras zu fressen auch wenns mal nicht gut läuft und der Favre haut ab! Feige, unprofessonell und charakterlos!