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Krampfspiel. Ribéry hält sich den Bremer Mertesacker vom Leib. (AP)
Irgendwann werden wir die Spitze übernehmen» sagt Jürgen Klinsmann nach dem enttäuschenden Krampfspiel gegen dezimierte Bremer. Irgendwann? Bis jetzt war der Coach noch nie die Nummer eins. Und wenn sein Team so weiterspielt wie gestern, wird es noch eine halbe Ewigkeit dauern, bis die Münchner ganz oben angelangen. Einziges Argument, das derzeit für die Bayern spricht, ist die Doofheit der Konkurrenz.
Da Hamburg und Leverkusen verloren, konnten die «Klinsmänner» sogar Punkte auf diese beiden Titelkonkurrenten gutmachen. Einzig Lucien Favres Hertha aus Berlin liegt nach diesem Wochenende voll im Soll und nun schon vier Punkte vor dem grossen FC Bayern.
Doch trotz Horror-Rückrundenbilanz geben sich die Münchner gewohnt lässig und retten sich wie so oft in letzter Zeit in Alibi-Aussagen. «Wir tanzen noch immer auf drei Hochzeiten. Es ist alles möglich», sagt Klinsi. Recht hat er, abgerechnet wird am Schluss.
Apropos Abrechnungen: Die deutsche Presselandschaft stellte in den letzten Tagen die Autorität von Klinsmann in Frage, bemängelte fehlende Kompetenz und spekulierte damit, dass Teile der Mannschaft hinter dem Rücken des Trainers eigenwillige eine Taktikänderung durchgezogen hätten.
Das Dementi vom Klub kam umgehend und zwar per Pressemitteilung. «Hier entscheidet schlussendlich nur einer, wer wo und wie zu spielen hat. Und das ist der Trainer!» Eine Blossstellung seitens des Vereins. Wer eine Selbstverständlichkeit wie diese publizieren muss, hat interne Reibungspunkte. Wer an die Öffentlichkeit geht, ist nervös. Wer dementiert, hat oft etwas zu verbergen.
Nebst diesen Problemen hat Jürgen Klinsmann weitere Baustellen im Kader. Der belgische Abwehrschrank Daniel van Buyten beispielsweise war nach seiner Ausbootung vom Mittwoch stocksauer, hat sich infolgedessen wohl den Magen verstimmt und konnte gegen Bremen nicht mittun.
Des Weiteren ist Van Buytens Kumpel Franck Ribéry beim FC Barcelona im Gespräch, was einen fatalen Einfluss auf das Spiel der Bayern haben kann. Der Franzose ist Herz und Verstand des Münchner Spiels. Ohne ihn in Topverfassung würde die Hoffnung der Bayern schon lange bröckeln.