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Spätestens nach dem dritten Gegentreffer wurde es am Samstag offensichtlich: Bayern München fehlt ein Lautsprecher. Einer, der aufrüttelt. Einer, der auch mal dazwischenhaut! Ein Motivator, an dem sich die anderen Spieler aufrichten können.
Keeper Michael Rensing ist noch zu unerfahren, kann diese Rolle nur bedingt ausfüllen, wirkte unsicher. Und Kapitän Mark van Bommel ist zwar einer der dazwischenhaut, aber eben einer, der die Sense auspackt und die Grätschentechnik revolutioniert, statt verbal aufzurütteln.
Der Vulka(h)n fehlt
Wer könnte also dieser vermisste Wachmacher sein? Na klar, liegt ja auf der Hand! Ex-Bayern-Keeper und lebende Legende Oliver Kahn. Dieser wäre am Samstag beim Stand von 0:3 zum Vulkan mutiert, hätte seine Abwehrspieler an der Gurgel gepackt und kräftig durchgeschüttelt!
Eine 2:5-Heimklatsche mit Kahn im Tor? Undenkbar. Stattdessen ging München mit Rensing im Kasten sang- und klanglos unter.
Grund genug für die Bild-Zeitung ein Voting zu lancieren, ob der Vulka(h)n reaktiviert werden soll oder nicht. 40 000 Leute haben bis gestern abgestimmt und über 60 % sprechen sich für Olli Kahn aus. Er müsse sofort wieder in die Hosen und das schlingernde Bayern-Boot auf Kurs bringen.
Ollis Handicap
Ob sich der Titan jedoch überhaupt auf Diskussionen einlässt, ist schwerstens zu bezweifeln. Eben erst hat er sein Abschiedsspiel gegeben, machte zudem als ZDF-Experte eine gute Figur, wird wieder öfter mit seiner Ex-Frau Simone gesehen und locht auch mal ein. Auf dem Golfplatz.
Dort wird man die Bayern-Spieler so schnell nicht antreffen, denn sie haben happige Tage vor sich. Folgt am Mittwoch im Pokal gegen Nürnberg keine Reaktion, brennt der Baum.
Erste Vorzeichen: Die Bosse Hoeness und Rummenigge verweigerten nach dem Desaster und einer halbstündigen Krisenkonferenz in der Garderobe jeglichen Kommentar. Ein ungutes Zeichen für Klinsmann und Co.