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In der Bundesliga gilt: «Die Tabelle ist die Bilanz.» Wie diese Bilanz zustande kommt, interessiert niemanden. Es ist nicht wie in der Super League, wo man auf das «x-mal kleinere Budget» verweisen und sich damit der Bemessung anhand der Tabelle entziehen kann. Wer in der Bundesliga ausserhalb seines Solls liegt, hat ein Problem. Denn es gibt nur schwarz oder weiss.
An jedem Wochenende muss es Gewinner und Verlierer geben. Dazwischen existiert nichts. Bei den Klubs geht es täglich um Sein oder Nichtsein, wenn man sich Punkte, Spieler, Trainer, Sponsoren oder Einfluss abjagt. Das drückt sich in einer knallharten Berichterstattung in den Medien aus.
Genau diese Dramatik sorgt für gute Quoten
Man muss aber wissen, dass genau diese Dramatik für die gut dotierten TV-Verträge verantwortlich ist. Wer dieses System nicht akzeptieren will, stört die gesamte Show und schadet den anderen.
Lucien Favre mag die Probleme Herthas richtig analysiert und einen seriösen Job gemacht haben. Im Erfolg wurde seine Art auch akzeptiert. Im Misserfolg aber nutzt man sofort die Chance, jemanden loszuwerden, der langfristig arbeiten, aufbauen und sich nicht täglich messen lassen will. So sind nun mal die Spielregeln in der Bundesliga.
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«Blick am Abend»-Kolumnist Ilja Kaenzig. (Sven Thomann)