Hitzfeld über die Embolo-Krise «Leipzig wäre besser gewesen»

BLICK-Kolumnist Ottmar Hitzfeld (67) macht den Söldner-Check und wehrt sich gegen die Kritik von Valentin Stocker: «Ich habe ihn vier, fünf Mal angerufen!»

«Ich würde ihn spielen lassen!»

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Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Bayern 5 15:1 15
2 Dortmund 5 16:4 12
3 1. FC Köln 5 9:2 11
4 Gladbach 5 10:6 10
5 Frankfurt 5 8:5 10
6 Hertha BSC 5 9:7 10
7 RB Leipzig 5 9:4 9
8 Mainz 5 12:11 7
9 Hoffenheim 5 9:8 7
10 Leverkusen 5 8:7 7
11 Augsburg 5 4:6 7
12 Freiburg 5 6:9 6
13 Wolfsburg 5 4:7 5
14 SV Darmstadt 98 5 2:10 4
15 Bremen 5 5:15 3
16 FC Ingolstadt 5 2:10 1
16 Hamburg 5 2:10 1
18 Schalke 5 2:10 0
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Es ist ein grosses Desaster, dass Schalke noch keine Punkte geholt hat. 4 Spiele, 0 Punkte zum Start, das hats jahrzehntelang nicht gegeben. Das macht die Situation für Embolo schwierig. Und auch für seinen Trainer, ihn als jungen Spieler zu integrieren.

Grundsätzlich sage ich: Wenn ich einen Transfer mache in dieser Grössenordnung, dann würde ich den Spieler auch spielen lassen. Das ist die Verpflichtung des Vereins und auch des Trainers, um ihm zu zeigen: «Wir setzen auf dich, auch wenn du am Anfang vielleicht deine Leistung noch nicht so bringst. Du musst Dich entwickeln, irgendwann wirst Du zum Leistungsträger.» Dazu braucht er Spielpraxis.

Ich habe aber die klare Meinung, dass Embolo besser noch ein Jahr in Basel geblieben wäre. Und dann als Torschützenkönig und erfahrener Nationalspieler ins Ausland gewechselt hätte. Der Weg jetzt ist riskant, man hat so viel Konkurrenz in der Bundesliga. Es ist für Embolo, auch wegen der 30 Millionen Franken Ablöse, ein riesiger Druck.

Deswegen wäre RB Leipzig vielleicht der bessere Schritt gewesen. Es ist ein Klub, für den sich in Westdeutschland nicht viele interessieren. Für Schalke hingegen ganz Deutschland. Die Boulevardzeitungen behandeln den Klub intensiv, jede Kleinigkeit wird genau registriert. Wenn ein Spieler nicht so gut spielt, gibt es sofort negative Schlagzeilen. Bei Leipzig, das nicht im Mittelpunkt des Medieninteresses steht, hätte er sich bestimmt besser entwickeln können.»

Stocker-Kritik: «Er muss sich an die eigene Nase fassen»

Ich dachte, dass er gegen Bayern wegen der Verletzung von Darida spielt, aber der Trainer entschied sich für den 19-jährigen Brasilianer Allan, was für Stocker ein Schlag ins Gesicht war. Aber er hat Konkurrenz bei Hertha BSC. Die Berliner haben viele Möglichkeiten im offensiven Mittelfeld.

Erstaunt habe ich gelesen, dass er sich öffentlich zu Wort meldet und Vladimir Petkovic sowie auch mich angreift. Er hat ja gesagt, ich hätte ihm bei der WM 2014 auf der Combox mitgeteilt, dass er nicht dabei ist. Das stimmt auch. Aber ich glaube, der Spieler ist auch verpflichtet, ans Handy zu gehen, wenn der Nati-Trainer anruft. Ich habe es vier oder fünf Mal probiert. Von daher muss sich Valentin Stocker an der eigenen Nase nehmen.

Inler-Rückkehr: «Ich würde mich für ihn freuen»

Ich bin zum Glück nicht mehr Nationaltrainer und muss nicht entscheiden, ob man ihn gegen Ungarn aufbietet oder gar für den gesperrten Granit Xhaka spielen lässt. Klar ist für mich: Gökhan gehört sicher zu den 30 besten Schweizer Nationalspielern. Jetzt, wo er regelmässig spielt, kann er ein Thema sein. Er ist bei Besiktas Leistungsträger, ist in der Champions League dabei. So gesehen hat er den Standard, den ein Nationalspieler braucht. Das Thema Inler wird für Petkovic relevant sein.

In der Gruppe wäre es kein Problem. Gökhan hatte nie Probleme, sich zu integrieren. Er war immer ein Leader, auch in der Kabine. Er kann die Mannschaft antreiben, hat eine hohe Sozialkompetenz. Ich würde mich für ihn freuen, wenn er weiterhin zum grösseren Kreis der Schweizer Nati zählen würde.

Publiziert am 23.09.2016 | Aktualisiert am 23.09.2016

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4 Kommentare
  • Theo  Reiser aus Rupperswil
    23.09.2016
    Was der Herr Hitzfeld alles weiss und dauernd kommentiert - das hätte er besser als überbezahlter Nationaltrainer damals selber umgesetzt. Diese endlos anmutenden Besserwissereien sind fehl am Platz.
  • Paul  Meier aus Bergdietikon
    23.09.2016
    Es ist schade, dass sich so viele junge Talente vom Mammon Money verführen lassen, resp Berater wählen, die nur für den kurzfristigen raschen Gewinn schauen. Man denke nur an die damaligen U17 Weltmeister - praktisch allesamt verblichen, nie ihr Potential ausgeschöpft. Embolo hätte noch zwei Jahr bei Basel bleiben und reifen sollen.
    • Jean-Pierre  Tock aus Nidau
      23.09.2016
      Sagen sie das bitte dem FC Basel, die haben ihn nämlich verkauft. Nicht Embolo oder sei Berater haben sich vom" Mammon Money"verführen lassen!
    • Patrick  Smart 23.09.2016
      Aber Hallo Herr Tock. Sie müssen ein Insider sein, um das zur schreiben?Der Medienhype um Emolo war so gross, alle haben ihn in den Himmel geschreiben. Erst dann wurde er zum Transfer-Spielball. Basel hätte ihn nie und nimmer verkauft aber bei einer solchen Transfersumme musste Basel reagieren. Das hätte jeder Verein auch so gemacht. Dass er auf schlechte Berater hört ist nicht Basels Schuld! Aber bei 30 Mio muss man halt auch etwas Leistung bringen. Die Lehrzeit war somit zuende!