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Statt Sieg und Tor auf dem Rasen zu feiern, muss sich Nürnbergs Torschütze zum 1:1, Nati-Sürmer Albert Bunjaku, in die Kabine retten, weil die Hertha-Fans durchdrehen.
Jagdszenen auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions. Rund Hundert Hertha-Fans stürmen das Feld mit Stangen, schlagen auf die Reservebänke und auf Reklametafeln ein. Glück für die Spieler: Sie reagieren schnell, retten sich in die Katakomben.
Was ist los? Hertha Berlin droht abzusteigen. Schon während der Woche laufen die Fans heiss. Kommen mit Plakaten zum Training. «Samstag, 15.30 Uhr – das Spiel unseres Lebens?! IHR habt es in der Hand!» Dazu Bilder von allen Spielern und persönliche Aufforderungen, gegen Nürnberg alles zu geben.
Die Berliner gehen verdient in Führung. Das sieht auch Nürnberg-Torjäger Albert Bunjaku ein. «Wir spielten katastrophal», sagt der Schweizer Nati-Stürmer. «Nein, eigentlich spielten wir gar nicht.»
Der Ausgleich fällt aus dem Nichts. Bunjaku trifft nach einem Corner per Kopf. Sein 12. Saisontreffer! Das Spiel dreht, Bunjaku verpasst die Führung, sein Schuss springt vom Pfosten zurück.
Dann die 92. Minute. Pass auf Bunjaku, doch er steht im Offside. Die Berliner warten auf den Pfiff. Doch der Schweizer spielt ihnen einen Streich! Clever lässt er durch, greift nicht ins Spiel ein, bleibt passiv. Gündogan erläuft sich den Ball, schiebt rüber zu Angelos Charisteas und der Grieche trifft mühelos zum 2:1.
Das ist den Hertha-Fans zu viel! Sie rennen an der überrumpelten Polizei vorbei, wollen den Spielern an den Kragen. Beide Mannschaften rasen in die Katakomben. Bunjaku: «Wir wollten nich unnötig provozieren. Darum sind wir rein.»
Vier Polizisten werden verletzt, dreissig Fans festgenommen. Und Hertha steigt nach 13 Jahren in der 1. Bundesliga wohl ab. (Benny Epstein)