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Die Fans lieben Lucien Favre; denn der Schweizer sorgte dafür, dass die Hertha attraktiven und erfolgreichen Fussball spielt. Sogar vom Meistertitel durften die Anhänger träumen.
Jetzt ist in Berlin aber nicht Feiern, sondern Streiten angesagt. Am Samstag verspielte das Favre-Team die letzten Möglichkeiten auf den Bundesliga-Thron mit einem 0:0 gegen Schalke.
Schuld sein soll Lucien Favre, weil er Andrey Voronin und Arne Friedrich nicht von Beginn an aufgestellt hatte. Was war geschehen? Voronin musste dem wirkungslosen Pantelic weichen (wurde dann aber in der 59. Minute noch eingewechselt), Friedrich kam gar nicht zum Einsatz.
Voronin genervt: «Mit 30 Prozent Ballbesitz wird man nicht Meister und kommt nicht in die Champions League. Da muss man offensiver spielen.» Doch die Kritik prallt an Favre ab, er sieht keine taktische, höchstens psychologische Probleme. Ausserdem: «Bei Bayern sitzt ein Superstar wie Ribéry auch auf der Bank und gibt dann mit einem Tor auf dem Platz die Antwort.» Punkt, das hat gesessen!
Auch Hertha-Captain mosert rum
Doch noch eine Spur härter lästert Hertha-Captain Friedrich. Dieser versauerte während des ganzen Spiels auf der Bank, obwohl der Deutsche nach einer Verletzung wieder fit war. Der 29-jährige Nationalspieler soll sich bei Manager Dieter Hoeness beschwert haben.
Nach Abpfiff gab es dann den grossen Knall. Hoeness soll sich im Kabinentrakt ein heftiges Wortgefecht mit Favre geliefert haben.
Es knallt auch zwischen Trainer und Manager
Hätte Favre gewonnen, wäre er der Held gewesen. Der Ex-FCZ-Trainer wollte nach der Rückkehr seines Captains die erfolgreiche Truppe nicht sprengen, setzte auf den zuletzt starken von Bergen in der Innenverteidigung.
In der «Bild» sagt Favre nur so viel zum Thema: «Das ist meine Entscheidung. Wäre Arne mit der Bank zufrieden, dann wäre ich als Trainer damit unzufrieden.»
Für Manager Hoeness bleibt es aber weiter unverständlich, weshalb er den Leitwolf nicht zumindest in der zweiten Halbzeit aufs Feld schickte: «Arne hat grosse internationale Erfahrung und viel Respekt im Team. Warum er nicht gespielt hat, bleibt zwischen ihm und dem Trainer.»
Der schmale Grat zwischen Held und Depp
Für Lucien Favre bleibt nun im letzten Saisonspiel eine Chance, um wieder der Held von Berlin zu werden. Mit einem Sieg gegen Karlsruhe (Sa 15.30 Uhr) ist zumindest die Champions-League-Quali im Sack. Je nachdem schafft die Hertha sogar den direkten Sprung in die europäische Königsklasse.
Sollten die Berliner die Champions League aber verpassen, dürften weitere kritische Stimmen gegen den charismatischen Schweizer laut werden.
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Auch Torgarant Voronin stand gegen Schalke nicht in der Startelf. Der Ukrainer kritisierte Favre dafür öffentlich. (Keystone)