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In Deutschland müssen Hooligans in den Knast

BIELEFELD – In Deutschland werden Hooligans hart angepackt. Nach einem brutalen Angriff auf einen Ordner wurden drei Gewalttäter verurteilt. Zwei müssen lange in den Knast.

Aktualisiert um 09:43 | 20.05.2009
England und Deutschland haben ihre Hooligans mittlerweile im Griff. Das zeigt auch das neuste Urteil nach dem brutalen Angriff auf den Bielefelder Stadion-Ordner Radenko Radic. Der 35-Jährige wurde von drei Bochumer Hooligans beinahe zu Tode geprügelt (Fall siehe Extrakasten).

Jetzt haben die Täter ihr Urteil erhalten: Daniel H. (21) muss zwei Jahre und neun Monate ohne Bewährung ins Gefängnis, Janine B. (22) erhält zwei Jahre ohne Bewährung. Einzig Thomas D. (19) kommt mit zehn Monaten auf Bewährung davon.

Knallharte Richter in Deutschland

Richter Reinhard Kollmeyer urteilte dabei härter, als es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte: «Sie haben schwerste Schuld auf sich geladen und das Leben eines Menschen zerstört», so der Richter zu Bild.de. Ob unsere Kuscheljustiz ähnlich gehandelt hätte?

Radic erlitt mehrere Brüche (Jochbein, Augenhöhle, Kiefer) und bleibende Hirnschäden. Er wird sein Leben lang ein Pflegefall bleiben! Opfer-Anwalt Dr. Holger Rostek will jetzt noch auf mindestens 100´000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld klagen.

Das Leben wird nie mehr sein, wie es war

Die Mutter des Opfers ist untröstlich, weinte bittere Tränen: «Das Leben meines Sohnes ist zerstört. Der Schaden ist durch nichts wieder gutzumachen.» Der Ordner musste mit Schädel- und Kieferbruch sowie einer Hirnblutung in die Intensivstation eingeliefert werden. Bis heute ist das Opfer in psychiatrischer Behandlung. (raf)

Der Fall: Hooligans prügeln Stadion-Ordner fast zu Tode

Janine B. (22), Thomas D. (19) und Daniel H. (21) gehören zu den «Bochumer Ultras». Diese fanatischen «Fans» des Klubs vom Schweizer Coach Marcel Koller machen sich am 3. Mai 2008 auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Bielefeld.

Und dann beginnt alles mit explodierenden Rauchbomben im Gästeblock. Ordner Radenko R. (35) stürmt in den Block. Sofort kommt es zum Handgemenge. Thomas D. schlägt zu, Janine B. springt dem Ordner von einem Wellenbrecher aus gegen den Kopf! Am Boden liegend wird Ordner Radenko R. von Daniel H. auf barbarische Art gegen den Kopf getreten. Daniel H. meinte im Gerichtssaal noch lakonisch: «Es war doch mein linker Fuss. Das ist mein schwächerer.» Radenko R. kann über diesen ultraschwarzen Humor keinesfalls lachen…

Wüste Szenen nach dem Schlagerspiel zwischen Zürich und Basel. (Keystone)
Polizei und einige «Fans» leisteten sich eine Strassenschlacht. (Keystone)
Die Polizei half sich mit Wasserwerfern. (Keystone)
Die Hooligans konnten so in Schach gehalten werden. (Keystone)
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Auch Tränengas kam zum Einsatz. (Keystone)
Die Hooligans flüchten. (Keystone)
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