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Und wieder so eine uninspirierte Leistung! Bayern München findet gegen den Schalker Abwehr-Riegel kein Rezept, siegt trotz 1:0-Führung durch Daniel van Buyten nicht. Der 18-jährige Joel Matip gleicht noch vor der Pause zum 1:1 aus.
Zur Pause wechselt der viel gescholtene Bayern-Trainer Louis van Gaal den Italiener Luca Toni aus. Dieser soll gleich mit dem Dienstwagen abgehauen sein – obwohl das Spiel noch lief! Van Gaal: «Wenn das passiert ist, ist das nicht gut. Darüber werden wir sprechen müssen.»
Doch noch mehr als die Aktion von Luca Toni gibt ein Interview von Bayern-Verteidiger Philipp Lahm zu reden. Der deutsche Nationalspieler sorgt in der «Süddeutschen Zeitung» für einen Eklat. Er kritisiert knallhart die Einkaufspolitik und somit Manager Uli Hoeness.
«Vereine wie Manchester oder Barcelona geben ein System vor – und dann kauft man Personal für dieses System. Man holt gezielt Spieler – und dann steht die Mannschaft.
(…) So etwas gibt es bei uns nicht: dass der Verein etwas vorgibt und alles darauf aufgebaut wird.»
«Wir haben jetzt viele Spieler, für die es in einem 4-3-3, das unser Trainer gerne spielen möchte, gar keine Position mehr gibt. Zum Beispiel unsere Stürmer. (…) Wenn ich einen Mario Gomez kaufe, muss ich sagen: Okay, dann spielen wir mit zwei Spitzen. Wir haben ja auch in der gesamten Vorbereitung nur 4-4-2 gespielt. Und dann kommt plötzlich Robben, ein toller Spieler, der zu uns passt – und der am liebsten 4-3-3 spielt.»
«Man sagt, okay, wir spielen jetzt 4-3-3 in den nächsten Jahren, und dann überlege ich: Welche Spieler hole ich dafür im zentralen Mittelfeld? (…) Wo ist jemand, der mal was bewegt, der den Ball zur Seite mitnimmt, nach vorne schaut und irgendwie den Ball durchsteckt, dass man nachrücken kann? Das passiert bei uns kaum. (…) Und dann holt man zum Beispiel Anatolij Timoschtschuk, eine Art zweite Nummer sechs – aber dann spielt man nach Robbens Transfer plötzlich wieder nur mit einer Nummer sechs!»
«Van Gaal ist sicher ein ganz anderer Trainer als diejenigen, die bisher hier waren. (…) Er ist sicher manchmal schwierig im Umgang für viele Spieler. (…) Ich mag ihn als Typ. Aber ich weiss, dass viele mit dieser Art nicht zurechtkommen. Viele haben eine Mischung aus Respekt und Angst.»
Das Interview von Lahm war mit dem Klub logischerweise nicht abgesprochen. Der gescholtene Uli Hoeness sagt: «Dieses Interview hätte er besser nicht gegeben. Das wird Konsequenzen haben!»
Das Champions-League-Aus ist so gut wie besiegelt, der Rückstand in der Meisterschaft auf Leverkusen beträgt sechs Punkte. Es brennt mal wieder lichterloh beim FC Hollywood.
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Philipp Lahms Interview kommt bei den Bayern verständlicherweise überhaupt nicht gut an. (Keystone)