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Lange Zeit schnuppern die Underdogs aus Übersee an der Sensation. Bereits in der zehnten Minute dürfen sie jubeln. Clinton Dempsey, der Spanien im Halbfinale das Genick brach, streift eine hohe Vorlage mit der Fussspitze – der Ball wird gerade genug abgelenkt, um Julio Cesar im Tor der Brasilianer zu bezwingen.
Und es kommt noch schlimmer für den Rekord-Weltmeister: Gut eine Viertelstunde später zeigen die US-Boys, wie man seinen Gegner auskontert. Mit Direktspiel über vier Stationen steht Landon Donovan innert weniger Sekunden allein vor dem brasilianischen Tor und schiebt souverän ein.
Kaká trifft und darf nicht jubeln
Die Brasilianer sind vorerst geschockt, aber sie reagieren. Nach dem Seitenwechsel dauert es genau 39 Sekunden, da schlägt es hinter US-Goalie Tim Howard ein. Der Brasil-Stürmer übertölpelt Howard aus der Drehung. Und jetzt kommt der Favorit auf, spielt nur noch auf ein Tor.
Und die Brasilianer treffen erneut. Kaká erzielt den Ausgleich mit dem Kopf. Aber das Tor zählt nicht! Howard wehrte auf der Linie ab, sagt der Schiedsrichter, aber die TV-Bilder zeigen: Das Leder war vollumfänglich im Tor.
Aber das Spiel ist jetzt ein anderes, der Ausgleich liegt in der Luft. Und er kommt durch Luis Fabiano, der genau richtig steht. Nachdem Robinhos Versuch von der Latte zurückgeprallt ist, kann der Sevilla-Stürmer zum Ausgleich einköpfen.
Sich selbst Gefallen getan?
Und es kommt noch bitterer für die USA. Sechs Minuten vor Spielende dreht Lucio die Partie endgültig und bringt die Brasilianer 3:2 in Führung – das Schlussresultat.
Der Sieg der Brasilianer ist aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient. Fraglich ist nur, ob sich die «Seleçao» damit einen Gefallen getan hat. Noch nie konnte ein Team die WM gewinnen, nachdem es im Vorjahr die «Mini-WM» für sich entschieden hatte. Auch die Brasilianer nicht nach ihren Siegen 1997 und 2005.