«Beckham lebt nicht in der gleichen Welt wie wir»

  • Publiziert: 02.07.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Hans-Jörg Gasser
play David Beckham (r.) ist irgendwie noch nicht in der MLS angekommen. (Keystone)

LOS ANGELES - David Beckham wird nach seiner Rückkehr nach Los Angeles von seinen Teamkollegen mit bitterbösen Vorwürfen eingedeckt.

Cristiano Ronaldo hin, Kaká her – der bestverdienende Nicht-US-Sportler ist weiterhin David Beckham. Gemäss der neusten Liste (siehe Box rechts) garnierte der 34-jährige Engländer letztes Jahr inklusive Werbeeinnahmen 48,9 Millionen Franken.

Kein Vorbild

Das hält seine Teamkollegen bei Los Angeles Galaxy nicht davon ab, Beckham mit harten Vorwürfen einzudecken. Er sei ein lausiger Captain und ein Geizkragen, sagen sie. Landon Donovan, neben Beckham einer der Stars des Major-League-Soccer-Klubs, erzählte Buchautor Grant Wahl («The Beckham Experiment»), wie er den Superstar erlebt. Donovan: «Wenn der Trainer ein freiwilliges Training ansetzt, kommt Beckham fast nie. Dabei müsste doch gerade er ein Vorbild sein für alle anderen.»

Auch Galaxy-Verteidiger Greg Vanney stört sich daran, dass Beckham rein gar nichts für den Teamgeist macht. Auch wenn er Beckham als Person mag. Vanney: «David ist ein Supertyp, ein Supervater und ein guter Fussballer. Aber er lebt einfach nicht in der gleichen Welt wie wir.»

Wechsel zu L.A. ein Rohrkrepierer

Beckhams Welt ist der Glamour. Zusammen mit seiner Ehefrau Victoria ist er Stammgast bei Modeschauen oder bei irgendwelchen Veranstaltungen seiner vielen Sponsoren.
Der Wechsel von Real Madrid zum Hollywood-Klub in die US-Liga ist für Beckham zum Rohrkrepierer geworden. Schon einige Monate nach seiner Ankunft vor zwei Jahren zerbröselte sein Messias-Image in L. A. Die Liga bleibt auch mit ihm inferior im Weltfussball.

«Ich glaube, David ist unglücklich hier und findet die Liga einen Witz», sagt Donovan. «Am besten würde er sofort nach Europa zurückkehren.»

Top-Verdiener ohne US-Sportler

David Beckham, Fussball
48,9 Millionen Franken

Kimi Räikkönen, Formel 1
43,4 Millionen Franken

Manny Pacquiao, Boxen
43,3 Millionen Franken

Lionel Messi, Fussball
43,2 Millionen Franken

Fernando Alonso, Formel 1
37,9 Millionen Franken

Quelle: «Sports Illustrated»