Rummenigge schwärmt vom Hertha-Coach Favre Bayern-Boss: «Favre wäre ein Volltreffer!»

  • Publiziert: 28.04.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Raphael Fiore

MÜNCHEN - Gestern um 09.33 Uhr wurde Jürgen Klinsmann bei den Bayern entlassen. Als Feuerwehrmann wurde Jupp Heynckes geholt. Der Trainerfuchs bleibt jedoch nur bis Ende Saison. Kommt für den Münchner Neuaufbau Herthas Lucien Favre?

Aus und vorbei mit der Träumerei! Jürgen Klinsmann hat nicht eines seiner hohen Ziele erreicht. Trotzdem beharrte der Göppinger bis zum Schluss: «Wir werden noch Meister.» Da mag der 44-Jährige recht haben, er wird aber definitiv nicht mehr an der Seitenlinie des Rekordmeisters stehen.

Diesen Job übernimmt Jupp Heynckes (Blick.ch berichtete). Laut Hoeness ist der 63-Jährige «genau der richtige Mann. Er ist ein Fussballlehrer, und das ist im Moment genau das, was wir brauchen!» Was für eine verbale «Watschn» für Klinsmann!

Doch Heynckes und Gerland, der langjährige Coach der Bayern-Amateure, sollen nur bis Ende Saison das Bayern-Debakel noch einigermassen ausbügeln und zumindest den Meistertitel an die Säbener Strasse holen. Aber wer führt die Bayern nächste Saison an die europäische Spitze?

Schuster, Van Gaal, Rijkaard oder Favre?

Die Bayern suchen laut Manager Hoeness einen «geeigneten Mann». Schon geistern unzählige Namen von bekannten Fussballlehrern durch die Bundesliga-Gerüchteküche: Bernd Schuster, Louis van Gaal oder Frank Rijkaard gelten als Kandidaten – aber auch Lucien Favre. Unser Schweizer Exportschlager könnte nächste Saison Trainer der Münchner sein!

Besonders Bayern-Boss Rummenigge schwärmt vom aktuellen Hertha-Coach: «Schon bei Servette (Anm. der Redaktion: Rummenigge und Favre spielten von 1987 bis 1989 zusammen bei den Genfern) habe ich gemerkt, dass er Fußball lebt. Er war schon mit jungen Jahren eine Persönlichkeit. Favre ist ein Volltreffer. Ich habe ihn nie aus den Augen verloren.»

Herthas Manager Dieter Hoeness hört dies nicht gern. BILD fragte bei ihm nach, ob er Angst hat, dass es Favre zu den Bayern zieht: «Überhaupt nicht! Favre hat einen gültigen Vertrag bis zur Winterpause 2011. Er ist nicht verfügbar.»

Ja, wenn das doch so einfach wäre! Denn eine ungeschriebene Fussballregel besagt: Wenn die Bayern einen Trainer oder Spieler haben wollen, kriegen sie ihn auch – zumindest im deutschsprachigen Raum.

Favre passt haargenau ins Anforderungsprofil

Was spricht noch für den 24-fachen Schweizer Nationalspieler Favre? Er fördert junge Talente, dies hat er beim FC Zürich eindrucksvoll mit seinen beiden Meistertiteln (2006, 2007) unter Beweis gestellt.

Auch der Umgang mit schwierigen Stars wie Herthas Diva Marko Pantelic ist für den Schweizer kein Problem. Und dank der grossen Medienpräsenz in Berlin konnte sich Favre auch etwas auf die Medienhölle in München vorbereiten.

Schliesslich ist der 51-Jährige ein ausgewiesener Taktikfuchs, der laut Herthas Captain Arne Friedrich «jeden Spieler besser macht.» Auch das ein Ziel, an dem Klinsmann kläglich scheiterte.
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