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Das Kollektiv ist der Schlüssel zum Erfolg: Hoffenheim grüsst als Leader der Bundesliga. (Keystone)
Es ist lediglich eine Momentaufnahme. In den grossen europäischen Ligen sind knapp 10 Runden ausgetragen und doch zeichnet sich ein erstaunliches Bild ab. Vier Aufsteiger sorgen für einige Überraschung.
Hoffenheim Tabellenzweiter
Da wäre der TSG Hoffenheim. Nach 9 Spielen hat der Provinzklub (Hoffenheim hat knapp 4000 Einwohner!) sechsmal gewonnen und 19 Punkte auf dem Konto. Der Klub hat mit Dietmar Hopp einen milliardenschweren Sponsor im Rücken, doch das Erfolgsrezept ist nicht jenes eines FC Chelsea, wo eine Millionentruppe zusammengekauft wurde. Ausserdem haben die grossen Vereine wie der HSV und die Bayern ein weitaus höheres Etat.
Hoffenheim hat mit Ralf Rangnick einen hervorragenden Trainer, viele junge und hungrige Spieler und mit Vedad Ibisevic einen Torjäger wie er im Bilderbuch steht. Der 24-jährige Bosnier hat mit 10 Toren in neun Spielen massgeblich zum Erfolg des Klubs beigetragen.
Bei den Topklubs der Bundesliga geht seit dem 3:0 über den Hamburger SV Angst und Schrecken um. Hoffenheim spiele um den Titel mit lautet neuerdings der Tenor. Unrealistisch ist das nicht.
Hull City: die Sensation
Schlicht sensationell ist die Klassierung von Hull City. Der englische Traditionsverein spielt zum ersten Mal überhaupt eine Saison in der Premier League und liegt punktgleich mit dem grossen Chelsea auf Rang drei!
Das Team von Phil Brown hat sich nach dem Aufstieg geschickt verstärkt. Bei anderen Vereinen aussortierte, aber äusserst erfahrene Spieler wie Geovanni (Ex-Barça), Boateng, Giannakopoulos oder Daniel Cousin geben das Vertrauen auf dem Platz zurück.
Übrigens spielt auch YB-Verteidiger Kamil Zayatte eine wichtige Rolle, letzten Sonntag erzielte er gegen West Bromich ein Tor. Nun wollen ihn die «Tigers» definitiv übernehmen und YB fünf Millionen Franken überweisen. Für englische Verhältnisse ist das ein Spottpreis – für die Berner hingegen gutes Geld.
Malaga und Grenoble beissen sich fest
Nicht ganz so erfolgreich sind Malaga (Primera Division) und Grenoble (Ligue 1). Doch immerhin liegen die beiden Klubs auf Rang sechs der jeweiligen Ligen.
Grenoble hat nach einem guten Start zuletzt gegen Lyon, Bordeaux und Paris St. Germain verloren. Dennoch hat die Mannschaft von Mehmet Bazdarevic (war im Gespräch als Andermatt-Nachfolger bei YB) lediglich vier Punkte Rückstand auf Leader Lyon.
Andersrum liegt der Fall bei Malaga. Nach einem katastrophalen Start mit nur einem Punkt aus vier Spielen haben die Andalusier die letzten vier Spiele gewonnen und haben nur noch sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer Valencia.
Malaga hat nach dem Aufstieg Trainer Juan Ramon Muniz an Coltorti-Klub Santander verloren und mit Antonia Tapia einen alten Bekannten zurückgeholt. Bei den Südspaniern organsiert übrigens der ehemalige GC-Verteidiger Weligton die Abwehr.
Und in der Schweiz?
In der Schweiz ist ein derartiger Trend (noch) nicht auszumachen. Die beiden Aufsteiger Vaduz und Bellinzona dümpeln auf den Plätzen acht und neun der Super League, nur Luzern ist noch schlechter klassiert. Einmal mehr hinkt der hiesige Fussball hinterher.