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Der neuste Wettskandal ist wieder einmal ein gefundenes Fressen für jene, die dem Fussball schon immer den Mahnfinger zeigen wollten. Jetzt sagen sie wieder: «Das ist nur die Spitze des Eisbergs» oder «Das ist noch nicht das Ende der Lawine.»
Natürlich operieren die Wettbetrüger in einem weltweiten Netz. Natürlich gibt es dank des Internets immer mehr Möglichkeiten für Manipulationen. Natürlich wird es in einem Geschäft, in dem es um Emotionen geht, auch immer Gelegenheiten geben.
Aber: Die Wettpaten-Brüder Sapina sind nicht der Kopf einer den Fussball in seiner Existenz gefährdenden organisierten Wettmafia, sondern zwei Loser, die auffliegen.
Genauso wie ihre schäbigen Komplizen: Dubiose Wettbüros, drittklassige Spieler ohne Perspektive, Exoten-Klubs, teilweise aus Ligen, in denen die Ergebnisse auch ohne Wetten schon vor Saisonbeginn feststehen und Schiris, die sich für einen Fernseher kaufen lassen.
Es gibt heute doch kein transparenteres Geschäft als den Fussball – bei dem Interesse und der Berichterstattung. Alles kommt raus, früher oder später.
Fakt ist, dass auch der neuste, bisher grösste Wettskandal lückenlos aufgeklärt worden ist. Und das wird auch künftig so sein.
play
Ante Sapina vor einem Berliner Gericht im Jahre 2005. (Keystone)