«Ich war betrunken und viel zu schnell»

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ZÜRICH – Kresimir Stanic: Unfall-Opfer, aber auch Alkohol- und Tempo-Sünder. Das Geständnis legt der FCZ-Stürmer per offenen Brief ab.

In der Nacht auf den letzten Sonntag verunfallte der FCZ-Stürmer nach einer feucht-fröhlichen Siegesfeier (5:0-Sieg gegen Thun) und anschliessender Geburtstags-Party nach dem Schöneich-Tunnel schwer. Auto Totalschaden, linkes Wadenbein zertrümmert.

Bisher schwieg Stanic. Er wurde im Uni-Spital auch vor den Medien abgeschirmt. Doch nun meldet sich der Fussballer per offenem Brief an die Öffentlichkeit.

Er gesteht, dass er alkoholisiert am Steuer und mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit den Unfall gebaut habe. Er gehe davon aus, dass er knapp über 100 Kilometer pro Stunde auf dem Tachometer gehabt habe.

Weiter schreibt Stanic, dass er einen grossen Fehler begangen habe, für den er sich schäme und der ihm leid tue. Er habe auch seine Vorbildfunktion als Spitzensportler nicht wahrgenommen sowie seinen Arbeitgeber und die Fans des FC Zürich enttäuscht.

Im weiteren hält Stanic aber fest, dass er in der besagten Nacht nie in ein Raserrennen verwickelt gewesen sei. Er trage die alleinige Schuld und müsse nun die Verantwortung dafür übernehmen.

Dass Ersatzgoalie David Da Costa kurze Zeit später an die Unfallstelle gefahren war, sei ihm nie bewusst gewesen. Stanic wurde laut seinen Angaben am Spitalbett von Da Costa selber darüber informiert.

Die Konsequenzen des schrecklichen Unfalls: Stanic wird sich für den Unfall vor dem Richter verantworten müssen. Und ob er seine Karriere auf dem Fussball-Platz fortsetzen kann, steht noch in den Sternen geschrieben.

Aber auch Da Costa muss mit Konsequenzen rechnen. Polizeisprecher Cortesi erklärte, dass in diesem Fall verschiedene Straftatbestände in Frage kämen, wie etwa Unterlassen von Nothilfe, Fahrerflucht und allenfalls auch Fahren in nicht fahrfähigem Zustand sowie Vereitelung einer Blutprobe.

Heute im BLICK:

Was Stanic weiter verschweigt Wie unsere Fussballer feiern Warum Da Costa vorbeifuhr Studie: Sportler saufen schneller

Der offene Brief im Wortlaut

«Mein Wunsch ist es, dass ich in den kommenden Tagen etwas Ruhe finde und auch meine Familie nicht tagtäglich von der Öffentlichkeit mit meinem Unfall konfrontiert wird. Da sich zudem die Medien mit Falschmeldungen überbieten, habe ich mich entschlossen, mich mit einer persönlichen Stellungnahme an Sie zu wenden.Nach dem Spiel gegen Thun am letzten Samstag, einem gemeinsamen Nachtessen und dem Besuch bei meinen Eltern zusammen mit David da Costa besuchte ich um ca. 22.30 Uhr eine Geburtstagsfeier eines Cousins von Almen Abdi in Volketswil. Von der ersten Mannschaft war ausser mir und Da Costa nur Abdi anwesend. Abdi hat irgendwann die Party verlassen. Gegen 02.30 Uhr verliess ich zusammen mit David Da Costa die besagte Feier ebenfalls und fuhr alleine mit meinem Auto zurück in die Stadt. Den Unfall nach dem Schöneich-Tunnel möchte ich nicht nochmals beschreiben. Dafür will ich zugeben, dass ich mich alkoholisiert ans Steuer gesetzt habe und zudem mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf die Unfallstelle hin gefahren bin. Ich gehe davon aus, dass ich knapp über 100 km/h auf dem Tacho hatte. Ich habe einen grossen Fehler begangen, für den ich mich schäme, der mir leid tut. Ich habe meine Vorbildfunktion als Spitzensportler nicht wahrgenommen, meinen Arbeitgeber und die Fans des FC Zürich enttäuscht und nun durch meine Absenz meine Mannschaftskollegen im Stich gelassen. Es tut mir aufrichtig leid, ich möchte mich bei allen entschuldigen.Ebenfalls liegt mir sehr daran, mitzuteilen, dass ich in der besagten Nacht nie in ein Autorennen verwickelt war, dass ich die alleinige Schuld trage und nun auch die Verantwortung übernehmen muss. Am Rande sei zudem erwähnt, dass ich von David Da Costa am Spitalbett informiert wurde, dass er kurze Zeit später an die Unfallstelle gefahren war. Dies war mir nie bewusst.Ich wünsche meiner Mannschaft viel Glück in Sion. Ich werde als Fan das Spiel am TV mitverfolgen. Ich hoffe auf einen Sieg und, vor allem, hoffe ich, dass man mir irgendwann verzeihen wird.»Kresimir Stanic

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