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Dem Frankfurt-Söldner waren die Strapazen noch immer ins Gesicht geschrieben. Seine Tätlichkeit gegen den türkischen Assistenzcoach und seine Attacke gegen Alpay waren auf CNN rund um die Welt gegangen. Es waren die einzigen Bilder der Tumulte, die sich im Sükrü Saraçoglu nach Spielschluss abgespielt hatten.
Huggel zur Szene: «Er hatte vorher auf gleiche Weise Barnetta getreten, ich habe ihn einfach gerächt.» Die folgenden Fusstritte von Alpay hatten Spuren bei Huggel hinterlassen. «Jetzt werde ich wohl 100 Jahre gesperrt», ärgerte er sich, aber auch über sich selbst.
Valon Behrami wurde von eben diesem Assistenzcoach beim Spurt in den Spielereingang ein Bein gestellt. Später setzte es auch für Lustrinelli und Marco Streller Fusstritte ins Gesäss von türkischen Teammitgliedern ab. Ein Katheder wird Stéphane Grichting noch rund zehn Tage an den äusserst schmerzhaften Tritt eines Ordner in seinen Unterleib erinnern.
Auf dem Flug nach Zürich konnte fast jeder Natispieler ein Müsterchen der Provokationen erzählen. Philippe Degen, der die zweite Halbzeit wie Ludovic Magnin im Spielergang bei der ARD mitverfolgt hatte. «Ich war in der ersten Hälfte von einem Feuerzeug getroffen worden und überlegte mir, ob ich den Max machen soll. Aber es war mir doch zu riskant, so einen Unterbruch zu provozieren.»
Tranquillo Barnetta: «Emre versetzte mir in der Pause einen Tritt ins Bein, als es niemand gesehen hatte. Nach dem Spiel waren es Ordner.»
Permanent flogen Plastikfahnenstangen, Batterien, Münzen, gefüllte Getränkebecher und vieles mehr Richtung Spielfeld. «Wenn ich alles Geld im Strafraum gesammelt hätte, wäre ich vermutlich Millionär geworden», sagte Degen.
Einzig die Brüder Altintop und Nuri Sahin, alle drei in Deutschland aufgewachsen, bewahrten auch in der Niederlage die Contenance auf türkischer Seite und verhinderten weitere Übergriffe.
Trainer Fatih Terim, schon während des Spiels lautstarker Antreiber an allen Fronten und teils weit innerhalb des Spielfelds, hielt seine Spieler laut Aussagen der Schweizer gar an, nicht in die eigene Garderobe nach links zu gehen, sondern den Schweizern nachzustellen. Er selbst wurde erst vor der Garderobentür der Schweizer gestoppt.
Ausländische Kamerateams, welche die wüsten Szenen in den Garderobengängen hatten festhalten wollen, wurden mit Gewalt oder zumindest Gewaltandrohung daran gehindert. Schon direkt nach Schlusspfiff hatten die Ordner einen Vorhang gebildet, damit der Spielereingang nicht einsehbar ist.
Auch die rund 600 mitgereisten Schweizer Fans wurden in ihrem Sektor in einer Ecke des Stadions fast permanent mit Schmährufen und zweckentfremdeten Wurfgegenständen eingedeckt. Immerhin waren sie dank massiver Polizeipräsenz vor eigentlichen Übergriffen sicher.
Die rund 200 Sicherheitskräfte, die eine dreireihige Wand zwischen den beiden Fanlagern bildeten, sammelten eifrig die zahlreichen geworfenen Münzen ein. Bleibende Andenken an den Ausflug an den Bosporus nahmen jedoch einige gleichwohl zurück in die Heimat. Unter den Wurfobjekten waren unter anderem auch ein Wasserrohr und ein Eimer mit weisser Farbe einer nahe gelegenen Baustelle.