Die Torkamera kommt Hitzfeld: «Jetzt wird der Fussball gerechter»

Die Fifa hat sich für die Torkamera entschieden. Schon im Dezember wird sie erstmals eingesetzt. Die Experten sind zufrieden mit dieser Neuerung.

  • Publiziert: 06.07.2012

Gestern Abend haben die Regelhüter der Fifa entschieden: in Zukunft kommen zwei Systeme zur Anwendung, die Phantomtore verhindern sollen. Es handelt sich dabei um das aus dem Tennis bekannte Hawk-Eye und um eine Magnetfeld-Technik (GoalRef), die in Warenhäusern angewendet wird.

Beide Systeme wurden bereits getestet. Zum ersten Mal eingesetzt werden sie an der Klub-WM im Dezember.

Der Einsatz der Torlinientechnik wird weit herum begrüsst, so auch von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld: «Es ist höchste Zeit, dass die technischen Hilfsmittel eingesetzt werden. Sie können ein wichtiger Beitrag dazu sein, dass der Fussball gerechter gemacht wird.» Denn schlussendlich gehe es im Fussball um die Tore und es müsse verhindert werden «dass sich Szenen wie an der EM beim Spiel Ukraine - England wiederholen».

Auch von Seiten der Schiedsrichter wird der Fifa-Entscheid positiv aufgenommen. Carlo Bertolini, Chef der Schweizer Schiedsrichter ist zufrieden mit der Neuerung: «Die Technologie unterstützt uns zu 100 Prozent und ist nicht gegen den Stolz der Schiris. An eine Technologie zur Erkennung von Offside etc. glaube ich hingegen nicht, denn der Fussball lebt von Emotionen.»

Auch eine grosse Mehrheit der Blick.ch-Leser findet, die Einführung der Torkamera sei überfällig: 78% von über 3000 Usern haben sich dafür ausgesprochen. (ivr)

Die Torkamera kommt – sechs Fragen zur neuen Technik

Welche Systeme kommen in Frage?

Von der Empa (Eidg. Materialprüfungsanstalt) getestet und für gut befunden wurden das Hawk-Eye und das System Goal-Ref.

Wie funktionieren sie?

Das Hawk-Eye ist aus dem Tennis bekannt. Das ganze Spielfeld wird mit Hochgeschwindigkeitskameras gefilmt. Aus den verschiedenen Bildern erstellt ein Computerprogramm eine dreidimensionale Ansicht. Das System GoalRef basiert auf einem Magnetfeld zwischen der Torumrandung. Es funktioniert wie der Diebstahlschutz im Warenhaus.

Wie wird der Schiedsrichter informiert?

Bei beiden Systemen erhält der Schiedsrichter innerhalb einer Sekunde ein Funksignal auf seine Uhr.

Was kosten sie?

Weil erst Prototypen existieren, ist es schwierig, die Kosten zu beziffern. Die Fifa rechnet mit Kosten von rund 200 000 Franken pro Stadion.

Ab wann wird die Torkamera eingesetzt?

In mehreren Ländern wurden die Systeme getestet. Gestern sagte Fifa-Präsident Sepp Blatter im BLICK: «Bei der Klub-WM im Dezember wird in zwei Stadien gespielt. Wir werden beide Systeme einsetzen.» In der Premier League wird die Technik möglicherweise bereits in der kommenden Rückrunde eingesetzt.

Was tut die Schweizer Liga?

Philippe Guggisberg, Kommunikationschef der Liga: «Wir warten auf die Ergebnisse der Tests. In der Saison 2012/13 passiert sicher nichts.» (M.A.)

Alle Kommentare (2)

  • Peter  Kaufmann , Oftringen
    Was im Eishockey mit dem Video Bild und beim Tennis mit der Challanges schon gang und gebe ist, wird es bald Zeit dass im Fussball endlich der Chip im Ball kommt. Alles wird schneller und die Technik wird von Tag zu Tag verbessert.
    • 06.07.2012
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  • Kevin  Meier , via Facebook
    Typisch typisch... Die Schweizer warten wieder einmal ab was die anderen machen...
    • 06.07.2012
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2 GC 33 41:30 60
3 St. Gallen 33 49:32 56
4 Zürich 33 54:42 49
5 Thun 34 42:42 47
6 Sion 34 36:50 45
7 YB 33 44:43 42
8 Luzern 34 35:49 36
9 Lausanne 34 28:47 30
10 Servette 33 28:51 26

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