GC: Berbig und Vogel greifen ein

  • Aktualisiert am 02.01.2012

ZÜRICH – Neue Köpfe bei GC: Einen Tag nach dem Rücktritt von Präsident Walter A. Brunner und des gesamten Verwaltungsrates stehen die neuen Verantwortlichen bereits fest.

Der frühere Nati- und GC-Goalie Roger Berbig ist ab der kommenden Saison Präsident der GC-Fussball-Sektion. Für den sportlichen Bereich zuständig ist der neue Vize-Präsident Erich Vogel, der als Manager schon in den Neunzigerjahren für die Hoppers tätig war.

Heinz Spross, ein Neffe des verstorbenen früheren GC-Mäzens Werner H. Spross, nimmt als Delegierter des Zentralvorstandes im Verwaltungsrat Einsitz und wird Finanzchef.

Dass sich GC von der «Dynamik, die die Sache annahm» (Brunner), überrascht zeigte, erstaunt ein wenig. Ort und Zeitpunkt für die Bekanntgabe des Rücktritts des kompletten Verwaltungsrats per Ende Saison waren denkbar ungünstig gewählt.

Unmittelbar nach Ende der Super-League-Partie in Schaffhausen (1:1) informierten Brunner und der ebenfalls scheidende Sportchef Karl-Heinz Riedle Chefcoach Krassimir Balakov noch auf der Trainerbank über den Entscheid, die GC-Angestellten erfuhren die Neuigkeiten heute Donnerstag gar aus den Medien.

Primäres Ziel der neuen Crew wird sein, die Finanzen im Lot zu halten. «Wir sind daran, die Altlasten aufzuarbeiten. Ich hoffe, dass die Zahlen stimmen, so wie sie von Walter A. Brunner präsentiert wurden», sagte Spross. Laut Brunner ist der Verein schuldenfrei, nachdem am letzten Sonntag aus «GC-nahen Kreisen» die Zusicherung von fünf Millionen Franken zur Deckung des erwarteten Defizits bis Ende Saison erfolgt war.

Jenes Okay war für Brunner und Co. Grund, die Führung in neue Hände zu geben: «Wir haben unsere Arbeit getan, der Klub ist auf einem sportlich recht guten Weg.»

Roger Berbig über...

...die Kurzfristigkeit: «Als ich heute Morgen gemütlich beim Kaffee die Printmedien las, dachte ich mir natürlich, dass jetzt wohl alles ein bisschen schneller gehen könnte. Eigentlich war abgemacht, dass ich mich bis Freitag entscheiden kann. In drei, vier Wochen werden wir mehr wissen und an die Öffentlichkeit treten. Ich persönlich sehe mich eher als VR im Hintergrund. Ins Tagesgeschäft muss ich mich nicht ständig einmischen. Die Administration und die Finanzen sind nicht mein Business.»

...die Ziele: «In den nächsten Jahren gilt es einen Platz im Mittelfeld zu erreichen. Man muss einfach einmal realistisch sein. Mehr Mittel wollen oder können wir derzeit nicht auftreiben. Der FCZ ist in der Stadt momentan die klare Nummer 1. Wir müssen zunächst einmal das Fundament wieder rekonstruieren.»

...Erich Vogel: «Ich habe als Vize-Präsident jahrelang mit Vogel zusammengearbeitet. Wir wissen im Detail, was wir an ihm haben. Wir kennen seine Stärken und auch seine Schwächen. Er polarisiert, das ist klar. Aber wenn es einen Fussball-Profi gibt in der Schweiz, dann ist das Erich Vogel. Und für den Erfolg ist eine profunde sportliche Leitung unverzichtbar.»
Erich Vogel und Georges Bregy. Zurück bei GC: Erich Vogel.- Foto: Toto Marti

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