Favre, welch Theater!
BLICK-Sportchef Walter De Gregorio schreibt in seinem Kommentar über die fristlose Entlassung von Lucien Favre bei Hertha.
Aktualisiert um 10:04 | 20.10.2009
Gestern hat Hertha seinen Schweizer Trainer Lucien Favre offiziell entlassen, und zwar fristlos. Favre war vor zwei Wochen freigestellt worden. Den Lohn hätte er noch lange beziehen können. Hätte er nicht zwei grundsätzliche Regeln der Branche missachtet.
Erstens: Trete niemals nach, wenn du noch auf der Payroll deines Arbeitgebers bist. Zweitens: Misstraue den Seiden-Foulards der Branche.
Zum ersten Punkt: Über eine Woche, nachdem er seine Kabine in Berlin geräumt hat, hielt Favre zwei Pressekonferenzen, eine in Deutschland, gleichentags eine zweite in der Schweiz. Vor allem die Berliner Veranstaltung glich einer Muppet-Show. Favre in der Mitte, rechts ein Berater, links ein Berater. Als hätte grad ein Bundesrat den Rücktritt gegeben.
Womit wir bei Punkt zwei wären: den sogenannten Beratern. Ein Seiden-Foulard macht noch keinen Monsieur aus, und schon gar nicht einen scharfen Denker. Was auch immer die beiden Muppets ihrem Klienten geraten haben – es war kreuzfalsch. Favre hat in Berlin seinen Job verloren, in Deutschland sein Gesicht.
Offensichtlich sind es nicht nur Spieler, die ausserhalb des Rasens das Denken anderen überlassen. Neu ist, dass ein Trainer wie Favre sogar dafür bezahlt, ins Fettnäpfchen zu treten. In der Regel gelingt das auch ohne Beratung.
Erstens: Trete niemals nach, wenn du noch auf der Payroll deines Arbeitgebers bist. Zweitens: Misstraue den Seiden-Foulards der Branche.
Zum ersten Punkt: Über eine Woche, nachdem er seine Kabine in Berlin geräumt hat, hielt Favre zwei Pressekonferenzen, eine in Deutschland, gleichentags eine zweite in der Schweiz. Vor allem die Berliner Veranstaltung glich einer Muppet-Show. Favre in der Mitte, rechts ein Berater, links ein Berater. Als hätte grad ein Bundesrat den Rücktritt gegeben.
Womit wir bei Punkt zwei wären: den sogenannten Beratern. Ein Seiden-Foulard macht noch keinen Monsieur aus, und schon gar nicht einen scharfen Denker. Was auch immer die beiden Muppets ihrem Klienten geraten haben – es war kreuzfalsch. Favre hat in Berlin seinen Job verloren, in Deutschland sein Gesicht.
Offensichtlich sind es nicht nur Spieler, die ausserhalb des Rasens das Denken anderen überlassen. Neu ist, dass ein Trainer wie Favre sogar dafür bezahlt, ins Fettnäpfchen zu treten. In der Regel gelingt das auch ohne Beratung.
Angebot
Fussball
ANZEIGE
Marktplatz
Blick.ch















