Ex-Thun-Spieler verrät «Ich verdiente weniger als 1000 Franken»

Arme Fussballer. Es gibt sie auch in der Schweiz. Auch in der Super League. Das eindrückliche Beispiel von Thuns Adrien Rawyler.

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Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Basel 17 48:15 44
2 YB 17 39:22 32
3 Luzern 17 35:30 29
4 Sion 17 35:30 26
5 GC 17 26:32 21
6 St. Gallen 17 20:26 21
7 Lausanne 17 29:33 17
8 Lugano 17 23:35 17
9 Thun 17 21:31 16
10 Vaduz 17 20:42 15
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Sie verzichten. Sie trainieren. Sie träumen. Vom spektakulären Leben als Fussballprofi. Vom Leben in Saus und Braus. Was aber, wenn der Profivertrag auf dem Tisch liegt und die angegebene Lohnsumme leer schlucken statt jauchzen lässt?

Dann sind Fussballer in der Realität angekommen. In der bitteren Realität so vieler professioneller Kicker. Weltweit. Auch in der Schweiz. Und das nicht nur in der Challenge League.

Die Geschichte von Adrien Rawyler (23) beweist: Arme Fussballer – es gibt sie auch in der Super League!

Im Januar 2014 wechselt der Mittelfeldspieler von Erstligist Grenchen zu Thun. Spielt dort erst in der U21. Nach einem halben Jahr im Nachwuchsteam überzeugt er im Sommer in den Trainings mit den Profis und erhält einen Dreijahresvertrag vorgelegt.

«Man denkt, man hat es nun geschafft, dass sich all die harte Arbeit endlich auszahlt und man jetzt vom Fussball ­leben kann», sagt Rawyler. Denkste!

Die stets klammen Thuner zahlten ihm laut eigenen Aussagen einen Fixlohn (inkl. Spesen) von unter 1000 Franken! Weniger, als er früher in der U21 von YB verdient hatte. Und: Siegprämien kommen kaum hinzu. Rawyler: «Der ­damalige Coach Urs Fischer setzte nicht auf die Jungen. Ich erhielt nur zwei Liga-Einsätze.»

Eltern müssen aushelfen

Damit er überleben kann, muss er bei den Eltern in Biel wohnen, die ihn zusätzlich finanziell unterstützen. Die einstündige Fahrt ins Training unternimmt er im alten Auto des Bruders. «Ich musste so dreimal pro Woche tanken und das Benzin mit meinem Lohn auch noch bezahlen.»

Als er bei Sportchef Gerber und Coach Fischer um eine leichte Lohnerhöhung bittet, gibts ein Nein. Und: «Ich war danach auf dem Abstellgleis, verlor so den Spass am Fussball.» Nach nur einem Jahr löst er den Vertrag auf.

Heute spielt er mit Freunden bei seinem in die 2. Liga zwangsrekrutierten Stammklub Biel. Arbeitet nebenbei bei seinem Vater und hat einen Onlineshop für Kleider eröffnet. Rawyler: «Wenn Junge glauben, es lohnt sich, die Schule abzubrechen, um Fussballer und so reich zu werden, dann täuschen sie sich gewaltig.»

Publiziert am 02.12.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016

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31 Kommentare
  • john  meier 02.12.2016
    er musste das benzin noch selber bezahlen...gehts noch.der soll eine lehre machen und dann 42 / woche arbeiten wie wir auch.uns fällt auch nichts in den schoss.willkommen in der harten arbeitswelt.
  • Michel  Müller aus Zurich
    02.12.2016
    Wer einen Vertrag für CHF 1000. unterschreibt weiss was er tut. Niemand hat ihm eine Pistole an den Kopf gehalten.....Also bessert spielen oder Amateur bleiben. Für CHF 1000. sollte man sich nicht Profifussballer nennen dürfen.
  • Pit  Mayr , via Facebook 02.12.2016
    Ich habe Mühe , mit diesen selbstherrlichen Antworten, die leider die meisten Leute hier von sich geben." Er trainiert ja nur, ich trainiere auch, bla, bla, bla...
    Ich finde es richtig, dass man auch mal die Schattenseiten des Fussballs zeigt und was es heissen kann, Fussballprofi zu sein, aber nichts zu verdienen.
    Die Meisten sind doch nur neidisch oder frustriert, weil sie selber nie eine Karriere machen konnten, in dem das Hobby zum Beruf wurde!
  • peter  Schaad 02.12.2016
    Das war offenbar schon immer so. Die Problematik: So ein Vertrag ist auch immer als Chance zu sehen. Das Gehalt rechnet sich eigentlich erst mit den Punkteprämien. Wenn einer nicht eingesetzt wird, dann kommt da auch nichts dazu. Trotzdem muss man sagen, dass für ein Profivertrag 1000 Franken einfach klar zu wenig ist. Aber passt etwas zum FC Thun.
  • Urs  Lifart aus Volja Zaderevatska
    02.12.2016
    Sie trainieren. Sie träumen. Das sagte eigentlich alles. Wie wäre es mit Arbeit ? Es steht ihm frei etwas anderes zu tun.