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Alle hatten Druck gemacht. Fifa. Uefa. Und Celtic Glasgow mit einer jämmerlichen Vorstellung von Trainer Neil Lennon und Staff nach dem sang- und klanglosen 1:3-Untergang in Sion.
Nun sind die Zaubertore von Pascal Feindouno und Giovanni Sio für die Katz. Celtic darf am 15. September im Vicente- Calderon-Stadion bei Atletico Madrid ran. Celtic-CEO Peter Lawwell: «Der Gerechtigkeit ist Genüge getan worden. Das Urteil zeigt, dass wir mit unse-ren Protesten recht hatten. Sion war im Unrecht.»
Die Kontroll- und Disziplinarkammer der Uefa hat beide Spiele mit 0:3 forfait gewertet, weil die Walliser gegen das Transferverbot verstossen hätten. Damit hat sich die Uefa über die Fifa hinweggesetzt, welche die Sion-Neuverpflichtungen zur Qualifikation für die Swiss Football League freigegeben hatte.
Genau diese Qualifikation ist die Basis für jene auf europäischer Ebene. Die Uefa selbst hatte die Spielerliste durchgewinkt. Und Generalsekretär Gianni Infantino hatte in einem Brief an Celtic Glasgow, der BLICK vorliegt, Folgendes geschrieben: «Die Uefa hat die Spieler als spielberechtigt für die Europa League 2011/12 zu betrachten.»
Das Urteil ist für Sions Trainer Laurent Roussey unverständlich: «Auf dem Rasen haben wir unseren Job gemacht. Deshalb wäre es weniger hart gewesen, wenn man uns von Anfang an ausgeschlossen hätte. Die Umstände haben sich nicht geändert. So ist das Verdikt nicht logisch. Aber ich habe Vertrauen in unseren Präsidenten. Der Kampf geht weiter. Ich hoffe nach wie vor, am 15. September in Madrid antreten zu können.»
Constantin will den Fall jetzt vor ein Zivilgericht ziehen
Wie gehts nun weiter? Sion-Boss Christian Constantin: «Das war ein reiner Schauprozess, typisch Uefa! Offenbar gehören politische Willkürakte von Bananenrepubliken doch nicht der Vergangenheit an. Es ist aber noch gar nichts verloren. Wir haben drei Tage Zeit, um beim Berufungssenat der Uefa zu rekurrieren. Doch das macht wenig Sinn. Einerseits, weil ein Urteil aufgrund der Fristen erst nach dem ersten Spiel in Madrid zu erwarten ist. Andererseits, weil ich integre Richter haben will.»
So geht CC wohl wieder den Gang vor ein Zivilgericht im Waadtland (Sitz der Uefa ist Nyon) oder im Wallis. «Da werde ich eine superprovisorische Verfügung beantragen. Man soll uns in die Europa League reintegrieren.»
Keinen Einfluss hat das Urteil auf die Super League. Liga-Kommunikationschef Roger Müller: «Das Urteil betrifft einzig den Spielbetrieb der Uefa. Es tangiert auch die laufenden Verfahren nicht, in welche die Liga involviert ist. Also jenes vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) und das vor dem Bezirksgericht Martigny. Diese Entscheide werden für uns massgebend sein. Im Moment bleiben die Spieler spielberechtigt.»