Für die 16 Euro-Teams gelten in Sachen Twitter und Facebook ganz unterschiedliche Regeln. Den dänischen Spielern ist der Umgang mit Social Media verboten, Jogi Löw hat eine Zensur verhängt - und die Spanier dürfen nun doch wieder munter Bildchen posten.
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Sergio Ramos hat seine Mähne gestutzt. Via Twitter hält er die (weiblichen) Fans im Bilde.
(zvg)Die einen dürfen, die anderen nicht oder nur teilweise. Während für YB-Däne Silberbauer und seine Kollegen betreffend sozialen Netzwerken ein absolutes Kommunikationsverbot gilt, müssen sich andere einschränken.
Englands Captain Steven Gerrard meldete kürzlich, er und seine Nationalspieler seien aufgefordert worden, die sozialen Netzwerke vorsichtig zu nutzen.
Das hindert den regen Twitterer Wayne Rooney aber nicht daran, seine Eindrücke der Welt mitzuteilen. So kommentiert der Stürmerstar Andy Murrays Einzug in den Paris-Viertelfinal genauso wie Tiger Woods' Zauberschlag. Der ManU-Star erntet Häme vom fiktiven Account der englischen Königin: «Erleichtert, dass Wayne Rooney endlich den Text unserer Nationalhymne gelernt hat. Fehlt nur noch der Rest der englischen Sprache.»
Frankreichs Nationalcoach Laurent Blanc erinnert seine Stars daran, dass sie zu Vertraulichkeit verpflichtet seien. Die Medien würden jede kleinste Gefühlsäusserung aufgreifen. Hatem Ben Arfa von Newcastle bestätigt: «Er hat uns gesagt, nichts vom Gruppenleben zu verbreiten.»
Droht an der Europameisterschaft nun ein generelles Zwitscherverbot? Sicher ist: Die Verbände haben Angst davor, dass heikle Interna wie Mannschaftsaufstellungen ungehindert an die Öffentlichkeit gelangen und somit dem Gegner einen Vorteil verschaffen.
Der deutsche Nationalcoach Jogi Löw (52) steht sozialen Netzwerken jedenfalls skeptisch gegenüber. «Ich bin damit noch nie in Berührung gekommen. Meine Art zu kommunizieren ist das nicht. Ich halte diese Form des Austausches eher für gefährlich», sagt er in der «Zeit». Deshalb ist das Ausplaudern von Interna (Teambesprechungen, Taktik, Privatsphäre von Mitspielern und Betreuern etc.) für Özil und Co. tabu.
Dass Twitter und Facebook für die Spieler wichtige Instrumente sind, um mit den eigenen Fans in Kontakt zu treten, wissen aber auch Löw und der spanische Verband.
Dieser krebste nach einem anfänglichen Verbot wieder zurück. Fabregas und Co. hatten sich am Wochenende bereits von ihren Fans verabschiedet. Der Barça-Star twitterte: «Ich wünsche mir, dass mich das nächste Foto, das ich poste, mit dem EM-Pokal zeigt. Bis bald!»
Am Montag hiess es aber schon wieder Daumen hoch für die Spanier. Welt- und Europameister Sergio Ramos stellte freudig zwei Bilder seiner neuen Kurzhaar-Frisur ins Netz. Die Spieler haben Coach Del Bosque offenbar überstimmt. Captain Casillas ahnte bereits, dass die Twitter-Meuterei («as») erfolgreich sein würde. Er aktualisierte seine Facebook-Seite in den letzten Tagen wie gewohnt.