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Ohne Ticket steht Conor Cunnigham am Freitagabend vor dem Stadion in Tallinn. Die Chancen, dass der Irland-Fan das EM-Barrage-Spiel seiner Lieblinge gegen Estland live erlebt, sind gering.
Plötzlich erspäht Cunnigham ein offenes Hintertürchen. «Da war ein Flur und ich sah den Ballsack. Ich nahm ihn und darunter lag eine estnische Trainerjacke», erklärt er dem «Mirror».
Diese streift er sich über und läuft frech ins Stadion ein. «Da ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte, habe ich mich einfach auf die Bank gesetzt.» Niemand geringerer als Estland-Trainer Tarmo Rüütli ist sein Sitznachbar.
Der Irland-Fan hält dieses spezielle Ereignis auf Video fest. «Nach zehn, fünfzehn Minuten wurde ein Uefa-Offizieller aufmerksam auf mich. Er kam zu mir rüber und erzählte mir, dass ich weggehen muss.»
Die Tarnung ist aufgeflogen. Dennoch darf Cunnigham die Partie weiter gratis anschauen. Statt direkt am Spielfeldrand nun einfach auf der Tribüne.
Inzwischen hat er aber Blut geleckt. Nach dem Schlusspfiff schnappt sich der dreiste Glatzkopf erneut den Ballsack und feiert auf dem Rasen zusammen mit den irischen Spielern. Er spricht mit ihnen und umarmt sogar einige Kicker.
Immer noch trägt Cunnigham die estnische Trainerjacke. Den Iren ist offenbar egal, wer sich da mit ihnen auf dem Feld tummelt. Die grosse Freude über den 4:0-Auswärtssieg überstrahlt alles. (yap)
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Cunnigham filmt sich, während er auf der estnischen Trainerbank sitzt. (Screenshot Youtube)