Weltmeister in der Schweiz Hat auch Gattuso den Zenit überschritten?

Es ist der grösste Transfer-Coup im Schweizer Fussball: Der italienische Weltmeister Gennaro Gattuso wechselt zum FC Sion. Aber Vorsicht: In der Schweiz haben schon viele Weltmeister enttäuscht.

  • Publiziert: 15.06.2012
  • Von Benedikt Widmer

Gattuso zu Sion - gut für unseren Fussball?»

Gennaro Gattuso (34) hat im Fussball alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Weltmeister 2006, Champions-League-Sieger 2003 und 2007, italienischer Pokalsieger, italienischer Meister 2004 und 2011 und Klubweltmeister 2007. Ein solch erfolgreicher Spieler hat die Schweiz noch nie gesehen.

Doch der Transfer birgt auch Risiken: Seit einem Kreuzbandriss 2008 hat der «Terrier» kaum mehr gekickt. Zudem setzte ihn monatelang eine mysteriöse Augenverletzung ausser Gefecht. Es bestehen Zweifel, ob Gattuso beim FC Sion die gewünschte Leaderrolle übernehmen kann.

Gattuso ist nicht der erste Weltmeister, der seine Karriere in der Super League ausklingen lässt. Bereits sechs verdiente Weltmeister spielten in früheren Jahren in der Schweiz. Attraktionen waren sie alle – viele konnten aber die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Der letzte Weltmeister, der den Schweizer Fussball beehrte, war Christian Karembeu. Der Franzose spielte in der Saison 2004/2005 für Servette. Die «Grenats» schlitterten in den Konkurs – Karembeu verliess die Genfer nach wenigen Monaten.

Auch Marco Tardelli (Weltmeister 1982 mit Italien) wurde hierzulande nicht glücklich. Sein Engagement beim FC St. Gallen endete 1988 nach 31 Spielen und bleibt als grosses Missverständnis in Erinnerung.

Italien-Teamkollege Giancarlo Antognoni spielte von 1987 bis 1989 bei Lausanne. Akzente konnte er auf dem Platz keine setzen, war aber im Team als Führungsspieler beliebt. Antognoni verlor schliesslich seinen Stammplatz und kehrte nach Italien zurück.

In den 70er-Jahren war Günter Netzer bei GC die grosse Attraktion auf Schweizer Fussballplätzen (1976-1977). Netzer kam zwar aus der Tiefe des Raumes – aber GC mit Netzer war eine Enttäuschung. Der «Rebell Am Ball» gewann in der Schweiz keine Titel.

Erfolgreicher hingegen waren in der Schweiz die Weltmeister Néstor Clausen (Weltmeister mit Argentinien 1986) und José Altafini (Weltmeister mit Brasilien 1958).

Clausen spielte fünf Jahre bei Sion und war massgeblich am ersten Meistertitel 1992 beteiligt. José Altafini spielte drei Jahre für Chiasso und schoss die Tessiner 1978 in die Nationalliga A.

Wo führt der Weg von Gattuso hin?

Alle Kommentare (15)

  • Michael  Nussbaum , via Facebook
    Einer, welcher zwar auch nicht WM war, aber wenigstens Leistung gezeigt hat, war Kalle Rummnigge bei Servette. Der fehlt im Artikel irgendwie...
    • 15.06.2012
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  • Thomas  Meister , Welschenrohr , via Facebook
    Das hatten wir doch schon einmal, als CC unbedingt in die CL wollte. Und wo ist Sion gelandet? Im Ruin und Zwangsabstieg! Schöne Aussichten.
    • 15.06.2012
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  • Mario  Basler
    Hoffentlich hält CC seine Prozess-Wut in Grenzen, sonst ist es schnell wieder nix mit Titel und Champions League-Ambitionen! Gattuso alleine garantiert bestimmt keinen Titel - sowieso, da er kaum Spielpraxis hat. Die Gefahr, dass die SUVA seinen Lohn zahlt ist wohl grösser als das er im Wallis zum Weltfussballer des Jahres gewählt wird.
    • 15.06.2012
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  • Vincenzo   Mariano
    Gattuso ist ein ganz grosser. Er wird den Spielern vor allem die Jungen seine Kämpfer-Einstellung übermitteln. Er ist ein Reisser.
    Er hatte sehr viele Stars um sich, aber wenn er sah, dass einer dieser Ballkünstler einfach herumstanden, dann hat er sie zusammengestaucht, damit sie alles gaben, bis sie umfiehlen.

    • 15.06.2012
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  • Claudio  Colangelo , Bonstetten
    Gattuso alleine nützt nichts für die Mannschaft. Er ist zwar sicherlich eine Bereicherung und gibt Motivation und Power, Werbung und T-Shirt verkauf etc. aber wenn nur ein Weltklassespieler bei Sion ist, wird er schnell selber nicht mehr alles geben können/wollen weil die ganze mühe um sonst ist, da die andere um Welten schlechter sind. Die kommen Ihm gar nicht nach. Es ist als würde jemand von uns "Normalsterblichen" mit 5 Jährigen in einer Mannschaft spiele. Ist Lustig, aber nicht auf Dauer.
    • 15.06.2012
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