Lieber Gilbert Gress Sehen wir Ihre Banalyse auch an der WM?

Gilbert Gress (70) analysiert den EM-Final. Analyse oder Banalye?

  • Publiziert: 02.07.2012, Aktualisiert: 03.07.2012
  • Von Benedikt Widmer
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Gilbert Gress ist Gast im Blick-Eurotalk.

(Priska Wallimann)

Herr Gress, Spanien ist schon wieder Europameister. Langweilig.
Nein, überhaupt nicht. Ich liebe diese Mannschaft seit Jahren. Spanien spielt sehr erfolgreich und gleichzeitig spektakulär. Das ist einmalig. Mir gefällt besonders die Bescheidenheit der spanischen Stars. Sie sind wahre Vorbilder für die Jugend. Spanien ist schlicht ein Phänomen.  

Ist es die beste Mannschaft aller Zeiten?
Ich verfolge den Fussball seit Jahrzehnten. Ich habe Ungarn mit Puskás erlebt, Brasilien mit Pelé oder Deutschland mit Netzer. Aber keine Mannschaft hat mich so beeindruckt wie jetzt die Spanier. Sie sind technisch perfekt.

Ich dachte schon, Sie sagen Strasbourg, das Sie 1979 zum Titel führten?
Mein Traum war als Trainer immer, mein Team wie das heutige Spanien spielen zu lassen. Bei Strasbourg spielten wir sehr ähnlich. Mein Mittelstürmer schoss damals vier Treffer, mein Verteidiger sechs Tore. Hauptsache, wir siegten. Wie bei den Spaniern.

Kann man die Spanier trotzdem irgendwie besiegen? Was raten Sie?
Man muss mit 10 Mann im eigenen Strafraum stehen und auf den lieben Gott hoffen. Wenn man Glück hat, gewinnt man 1:0 (lacht). Im Ernst: Die Portugiesen haben es vorgemacht. Hohes Pressing, damit die Spanier nie ins Spiel kommen. Aber trotzdem sind sie fast unschlagbar.

Wer ist für Sie der beste Spieler des Turniers?
Das ist eine schwierige Frage. Alle Spanier sind sehr gut. Aber ich glaube, das Sergio Ramos der beste Spieler der Europameisterschaft war. Er hat hervorragend gespielt. Er war defensiv sehr verlässlich und technisch überragend. Andrea Pirlo hingegen hat im Final versagt.

Und was ist mit Mario Balotelli?
Ein gutes Spiel an einer Europameisterschaft genügt nicht. Balotelli ist zwar begabt, hat aber keine Disziplin. Das ist der grosse Unterschied zu den Spaniern. Ich habe Angst, dass Balotelli ein ewiges Talent bleibt.

Als TV-Experte wurde Ihnen vorgeworfen, mehr banalysiert als analysiert zu haben. Zurecht?
Ich komme sehr gut an bei den Leuten. Viele sprechen mich auf der Strasse an und sagen: Herr Gress, das gefällt mir. Machen Sie weiter so! Die Leute wollen lieber Anekdoten als technisch-taktisches Gerede. Das wäre zu langweilig.

Sehen wir Ihre Banalysen auch an der WM 2014 in Brasilien?
Das ist möglich. Ich bin offen. Eines muss ich aber klarstellen: Ich tippte 2010 auf Spanien als Weltmeister, 2012 auf Spanien als Europameister. Also eine kleine Ahnung habe ich schon vom Fussball (lacht).

Alle Kommentare (30)

  • Hans  Ruedi
    Er geht mir so auf dem sack grosssi schnurii. Hofe das er nicht dabei ist wm 2014
    • 03.07.2012
    • 2
    • 2
  • patrick  müller
    Ich habe auch beide male auf Spanien getippt, wie Gress. Ich behaupte aber deswegen nicht, etwas von Fussball zu verstehen ;-
    Aber Gress ist einfach das beste was dem SF passieren konnte.
    WM2014 ohne Gress? nein danke. er ist ein muss
    • 03.07.2012
    • 3
    • 2
  • Henri  Martin
    Gilbert Gress. Am Fernsehen eine Reizfigur von A bis Z. Unverständlich, dass die Sportredaktion des SF einen solchen
    Narziss in die Sendungen einlädt und so Deutschschweizer Fussballfans auf andere Kanäle zwingt. Fachlich banal, rhetorisch schwach und kein Sympathieträger.

    Martin Heinz
    • 03.07.2012
    • 2
    • 2
  • Andreas  Imhof
    Für mich gab es zwei Gewinner an dieser EM. Spanien und Gress! Ohne Gress wäre das Vorprogamm bei SF nich annähernd so unterhaltsam. Der ist einfach Kult, hat grosse Entertainer Qualitäten aber auch Kompetenz . Ein Glücksfall für SF Leutschenbach, schwer zu hoffen das der Gilbert uns TV-Konsumenten auch in Zukunft erhalten bleibt. Ansonsten wirds dann richtig langweilig.
    • 02.07.2012
    • 3
    • 2
  • Müller  Franz
    Ich erwarte von Gress und Salzgeber professionelle Analysen, jedoch verkommt es mehr und mehr zu Stammtisch Niveau. Salzgeber wird leider immer mehr zum Selbstdarsteller, leider vergisst er dass er keine Idioten vor der Kiste hat die sein gesülze über Haare nich hören wollen, sondern Analysen über Szenen die wir selber zuwenig erkannt haben!!!
    • 02.07.2012
    • 4
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