Ziehen Vogel-Freunde Konsequenzen?

  • Publiziert: 08.03.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Köbi Kuhn hat ein Zeichen gesetzt – und muss nun vielleicht nicht nur auf Johann Vogel verzichten...

Der Nationalcoach rechnet damit, dass aus der «welschen Vogel-Fraktion» der eine oder andere sich mit ihrem Intimus solidarisch erklären und aus der Nati zurücktreten werden.

Kuhn: «Es ist jedem selber überlassen, wie er darauf reagiert. Ich würde natürlich bedauern, wenn beispielsweise Patrick Müller, der ein enger Kollege von Johann Vogel ist, einen solchen Schritt tun würde. Ich erwarte aber von jedem Spieler, dass er sich bei mir meldet, wenn er sich nicht mehr hundertprozentig ins Team einbringen kann.»

Der Entscheid von Kuhn rund 15 Monate vor dem Beginn der EM-Endrunde in der Schweiz und Österreich erinnert an frühere Vorfälle. Unmittelbar nach seiner Amtsübernahme hatte Kuhn die drei Stammspieler Stéphane Henchoz, Stéphane Chapuisat und Ciriaco Sforza auf die Ersatzbank gesetzt. Henchoz und Chapuisat kehrten bald wieder zurück, auf Sforza hatte der Coach danach verzichtet.

Noch einschneidender war der Entscheid von Nationalcoach Artur Jorge unmittelbar vor der EM-Endrunde 1996 in England, als der Portugiese Spielmacher Alain Sutter und Topskorer Adrian Knup aus dem Aufgebot kippte.

Wichtig für Köbi Kuhn ist, dass an der EM im nächsten Jahr die bestmöglichste Mannschaft auflaufen wird. «Leider war der Teamgeist in den letzten Spielen gegen Österreich, Brasilien und Deutschland unser grosses Manko. Und dabei müsste eben gerade der Teamgeist unsere grosse Stärke sein. Zwistigkeiten unter den Spielern kann ich nur eine kurze Weile akzeptieren.»

Der Konflikt zwischen Vogel-Fraktion und Frei-Gruppe dauerte ihm nun zu lange.

Schweizer Aufgebot für Florida

Das Schweizer Aufgebot für die beiden EM-Testspiele gegen Jamaika am 22. März in Fort Lauderdale und gegen Kolumbien am 25. März in Miami:

Tor: Pascal Zuberbühler (Neuchâtel Xamax/36-jährig/47 Spiele/0 Tore), Diego Benaglio (Nacional Funchal/23/5/0), Fabio Coltorti (GC/26/5/0).
Verteidigung: Valon Behrami (Lazio Rom/21/8/1), Philipp Degen (Borussia Dortmund/24/24/0), Johan Djourou (Arsenal/20/8/0), Stéphane Grichting (Auxerre/27/12/0), Ludovic Magnin (VfB Stuttgart/27/39/2), Patrick Müller (Lyon/30/73/3), Philippe Senderos (Arsenal/22/17/3), Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt/28/27/0).
Mittelfeld/Sturm: Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen/21/21/3), Ricardo Cabanas (1. FC Köln/28/45/4), Blerim Dzemaili (FC Zürich/20/6/0), Alex Frei (Borussia Dortmund/27/54/31), Gökhan Inler (FC Zürich/22/4/0), Xavier Margairaz (FC Zürich/23/8/1), Marco Streller (VfB Stuttgart/25/19/6), Johan Vonlanthen (Salzburg/21/19/5), Hakan Yakin (Young Boys/30/53/14).
Auf Pikett: David Degen (Borussia Mönchengladbach/24/5/0), Raphaël Wicky (Hamburger SV/29/74/1), Benjamin Huggel (Eintracht Frankfurt/29/18/0), Stephan Lichtsteiner (Lille/23/1/0), Alberto Regazzoni (Sion/23/2/0), Boris Smiljanic (Basel/30/3/0).

Länderspiele in Basel, Genf und Zürich

Um im Hinblick auf die EURO 2008 die Austragungsstätten zu testen, entsprach der Schweizerische Fussballverband (SFV) dem Wunsch der Uefa und vergab die nächsten drei Heim-Länderspiele an EM-Orte. Am Samstag, 2. Juni, gastiert der zweifache Weltmeister Argentinien in Basel. Am Mittwoch, 22. August, testet die Schweizer Nati in Genf gegen Holland, und am Samstag, 13. Oktober, findet gegen den EURO-Partner Österreich das erste Länderspiel im neuen Zürcher Letzigrund statt. Für die weiteren Nationalmannschafts-Daten (Mittwoch, 17. Oktober und ein Termin im November) sind die Verhandlungen mit mehreren möglichen Gegnern im Gange.

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