EM-Serie Teil 8 Umzug, EM, 3. Baby: Olic im Stress

  • Publiziert: 12.04.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Andreas Böni
play Chance beim 0:0 gegen die Schweiz an der EM 2004 in Portugal: Olic köpfelt allein gegen Goalie Stiel den Ball über das Tor! (AP)

Der kroatische Nati-Star Ivica Olic (28) hat in den nächsten Wochen viel vor – und darf dabei nicht mal Süssigkeiten essen!

Wenn Ivica Olic (28) abends zu Hause in Hamburg-Eppendorf auf der Couch sitzt, schweift sein Blick neidisch hinüber zu Ehefrau Natalie. Sie ist schwanger und hat Lust auf Süssigkeiten, die sie sich dann gerne genehmigt. Nur darf Olic nicht mitessen. Er weiss: Am nächsten Morgen muss er bei Hamburgs Trainer Huub Stevens auf die Waage – und zu viel Gewicht kostet. So stehts im Strafenkatalog.

Der kroatische Stürmer hat viel zu tun im Moment. Er zieht mit seiner Familie innerhalb Hamburgs um, die Europameisterschaft ist nur noch zwei Monate weg, er muss einen Muskelfaserriss auskurieren, im Sommer kommt nach den Söhnen Antonio (5) und Luca (3) das dritte Kind. Olic: «Ich hoffe, dass es diesmal ein Mädchen wird.»

Doch wer ist dieser Kroate, der diese Saison mit schon zehn Toren für den Hamburger SV die Liga so richtig aufgemischt hat?

Der entscheidende Punkt in seiner Karriere war sein Wechsel als 19-Jähriger von seiner Heimat Kroatien zu Hertha BSC Berlin. Der Stürmer kommt in Deutschlands Hauptstadt nicht zurecht. Er kann kein Deutsch, hat Probleme mit Trainer Jürgen Röber. Nur zwei Spiele macht er für die Hertha, geht dann frustriert zurück in die Heimat.

«Es war eine gute Erfahrung für mein Leben», sagt Olic und ergänzt augenzwinkernd: »Ausserdem habe ich in Berlin in einem Restaurant meine Frau Natalie kennen gelernt. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich denselben Schritt wieder machen.»

Zurück in Kroatien spielt er zwei Jahre bei NK Marsonia, wechselt erst 2001 zu NK Zagreb, dann 2002 zu Dinamo Zagreb. Er schiesst für NK und Dinamo in zwei Jahren 37 Tore – da klopfen die Russen an. ZSKA Moskau zahlt rund neun Millionen Franken für den Flügelflitzer. Dann will ihn sogar Chelsea holen!

Olic zu SonntagsBlick: «Ja, es gab Kontakte zu Chelsea-Manager Peter Kenyon. Der ZSKA-Präsident ist eng mit Roman Abramowitsch befreundet.» Aber er ist sich nicht sicher, ob er in London spielen würde, also bleibt er in Moskau.

Bis im Winter 2007. Da will ihn plötzlich der HSV. Rund drei Millionen Euro Ablöse zahlen die Hamburger. Nach seiner starken Saison wollen die HSV-Bosse nun mit Olic bis 2012 verlängern. Er würde dann gegen fünf Millionen Franken pro Jahr verdienen. Zukunftsmusik –erst denkt Olic nur an Umzug, EM und das dritte Baby.

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