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Doppelter Albtraum für die Schweiz! Vaclav Sverkos nutzte in der 70. Minute den wohl einzigen Schweizer Abwehrfehler in der zweiten Hälfte brutal aus. 0:1, der Endstand! Eine eiskalte Dusche für die Elf von Köbi – und total unverdient. «Wir hatten mehr Möglichkeiten als die Tschechen. Sie haben aus einer Chance ein Tor gemacht. Das ist der Unterschied», bilanzierte Patrick Müller.
Johan Vonlanthen hatte die beste Chance zum Ausgleich, er traf aber nur die Latte (80.).
Tranquillo Barnetta sprach von einem deutlichen Chancenplus. «Zudem hätte uns der Schiedsrichter zwei Penaltys geben können.» In der Tat, Tomas Ujfalusi berührte im Strafraum den Ball mit der Hand. Eine strittige Situation.
Seine Spieler müssen das Spiel abhaken, sich erholen und am Mittwoch gegen die Türkei drei Punkte holen, meinte Köbi Kuhn.
EM-Out für Frei!
Der zweite Albtraum für die Eidgenossen heisst Alex Frei. Unmittelbar vor der Pause musste der Captain verletzt ausgewechselt werden. Jetzt ist klar: Wegen einem Teilabriss des Seitenbands ist für Frei die EM futsch! Unser bester Stürmer liess seinen Emotionen freien Lauf, weinte hemmungslos, als er humpelnd vom Platz lief, gestützt von zwei Nati-Ärzten.
Was war passiert? Frei verdrehte sich bei einer unglücklichen Ballannahme im Zweikampf mit Verteidiger Zdenek Grygera das Knie. Nach gut einer Stunde Spielzeit kehrte Frei zurück, an Krücken!
Für Frei kam Hakan Yakin in die Partie. Er fügte sich gut ein und liess seine Klasse mit klugen Pässen mehrmals aufblitzen. In der 66. Minute verpasste er mit einem Kopfball das Gehäuse nur knapp.
Und die im Vorfeld favorisierten Tschechen, die Nummer 6 der Fifa-Rangliste? Sie enttäuschten auf der ganzen Linie. Nach 56 Minuten verliess Stürmer-Hüne Jan Koller gar frustriert den Platz. Für ihn kam ausgerechnet Sverkos rein. Die Osteuropäer kamen nur zu Chancen, wenn sich die Schweizer im Mittelfeld Unkonzentriertheiten leisteten.
Die Schweiz begann vielversprechend, mutig, vermochte zu überzeugen und kam schon in der ersten Spielhälfte zu Chancen.
Streller blieb blass
Captain Frei, motiviert bis in die Haarspitzen, drehte auf, spielte bis zu seiner Verletzung praktisch fehlerlos und brachte Weltklasse-Keeper Petr Cech mit Distanz-Schüssen in Bedrängnis. Hinten stand die Abwehr um Patrick Müller seinen Mann, Inler und Gelson Fernandes agierten im defensiven Mittelfeld souverän.
Marco Streller hingegen blieb blass, der Bebbi war über die gesamte Spielzeit nicht zu sehen. Köbi liess ihn bis Spielende auf dem Platz.