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Eigentlich waren die Würfel ja gefallen: Die Uefa und DRS 3 schickten zehn Songs ins Rennen um die Stadion-Hymne für die EM 2008. 66 511 Fans stimmten für Baschis «Bring en hei» – ein klarer Sieg vor «Paradise City» von Guns’ N’ Roses und DJ Bobos «Olé Olé».
Die Praxis aber – die klingt anders. Nämlich so: «Looo-lo-lo-lo-lo-loooo-loooo!», «Looo-lo-lo-lo-lo-loooo-loooo!»
Und so weiter. Jeder, der schon einen Match mitverfolgt hat, kennt die Melodie inzwischen in- und auswendig. Gehören tut sie zu «Seven Nation Army» von den White Stripes, der Band von Meg und Jack White. Als Kind verstand Jack White den Ausdruck «Salvation Army» (Heilsarmee) immer als «Seven Nation Army», so kam der Song zu seinem Titel. Mit Baschi liefert sich die Kultband aus Detroit ein Kehlkopf-an-Kehlkopf-Rennen um den grössten Stadionheuler. Inzwischen hat Jacks Armee Baschi überrollt – auch weil «Seven Nation Army» selbst Angetrunkenen keine Mühe beim Formulieren bereitet.
Ihren Weg in die Fussballstadien trat die Hymne schon vor fünf Jahren an, als sie Fans des belgischen Vereins FC Brügge und später dann vor allem italienische Klubs in ihren Stadien dünn und durchsichtig spielten.
Pikant: Trotz ihrer Popularität sind die White Stripes erklärte Mainstream-Verweigerer; die Band nimmt ihre CDs heute noch am liebsten mit analogem Equipment auf und schimpft oft über die Auswüchse der modernen Gesellschaft.
Dass ausgerechnet ein Indie-Hit jetzt zur grossen Ballermann-Mitgrölhymne geworden ist, dürfte Bandboss White mit Sicherheit einen roten Kopf bescheren.
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Jack und Meg White liefern den Stadion-Heuler zur Euro 08. (AP)