«Imagemässig sind wir Europameister!»

  • Publiziert: 24.06.2008, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Lilian Spörri

BERN – Wir haben an dieser Euro so richtig gepunktet: Die Niederländer lieben uns, die Deutschen loben uns und die Franzosen schätzen uns. Nur wir selbst meckern ständig.

Wenn im holländischen Fernsehen Bilder von Bern über die Mattscheibe flimmern, ist die Bevölkerung begeistert. Sie schwärmen von der Schweiz und von Bern – der Stadt, in der die «Oranjes» eine so tolle Zeit hatten. «Bern ist richtig bekannt geworden in den Niederlanden», erzählt Roger Waber, Mediensprecher von Schweiz Tourismus.

«Mit den holländischen Fans haben wir ganz klar das grosse Los gezogen», stimmt dem auch Thomas Lüthi, Vizedirektor von Bern Tourismus zu. Bilder der Partystimmung in der Berner Innenstadt seien in die ganze Welt hinausgetragen worden. «Ich habe einen Freund in Dänemark gefragt: Was hat dir punkto Euro am meisten Eindruck gemacht?», erzählt Lüthi. «Der Kollege antwortete: ‹Das orange Bild von Bern›».

Zum Dankeschön ein Inserat

Die «Orangen» haben am vergangenen Mittwoch in Berner Tageszeitungen extra ein Inserat aufgeschaltet, um sich für die Gastfreundschaft zu bedanken. Und die Berner haben im Gegenzug dazu eine Dankes-Anzeige im niederländischen «Telegraaf» lanciert. Da ist eine Freundschaft entstanden. «Die Bilder der begeisterten Oranje-Fans aus Bern und Basel hat beide Städte ins allerbeste Licht gerückt», meint Waber.

Eine Stadt in Orange konnte am vergangenen Samstag auch Basel zeigen. «Wir denken, dass wir unser Image und unseren Bekanntheitsgrad mit der Euro steigern können», schätzt Rafael Winiger von Basel Tourismus. Die tschechischen und holländischen Fans hätten in Basel besonders die Gastfreundschaft und die Festfreude gelobt.

Freundlich, hilfsbereit, perfekt organisiert

«Durchwegs positiv werden wir aber auch von den Deutschen und Frankreich wahrgenommen», betont Roger Waber. Gelobt werde die perfekte Organisation, die ausgelassene und doch friedliche Stimmung sowie freundliche und hilfsbereite Polizisten. «Eine deutsche Zeitung schrieb: ‹Nur das gute Wetter konnten die Schweizer nicht perfekt organisieren›», weiss der Tourismus-Sprecher.

Das anfänglich schlechte Wetter sei – im Gegensatz zu hierzulande – in den ausländischen Medien aber gar nicht gross thematisiert worden. «Es hat zwar geregnet – aber das war den Fans egal», so Waber.

Nicht ganz egal war den Fans das schlechte Wetter in der grössten Host City, in Zürich. «Der Aufmarsch war schon viel grösser am vergangenen schönen Wochenende als am Anfang», berichtet Frank Bumann, Direktor Zürich Tourismus. Auch die Limmatstadt sei aber von den Fans gelobt worden. Hier zollten die Gäste ebenfalls Beifall für die gute Organisation und die ausgelassene Stimmung. Besonders das Public Viewing auf der Seeplattform sei gut aufgefallen.

«Ich denke wir können schon jetzt sagen, dass sich die ausländischen Fans gerne an diese Euro erinnern werden», meint Roger Waber. Und gerne wieder in die Schweiz kommen würden. «Also imagemässig sind wir Europameister!», freut er sich. Na, dann können wir ja endlich aufhören zu meckern!

80'000 bis 100'000 Fussballfans in Basel

Die Host City Basel rüstet sich für ihr letztes Spiel als Austragungsort der Fussball-Europameisterschaft. Erwartet werden zum Halbfinal zwischen Deutschland und der Türkei am Mittwochabend 80000 bis 100000 Menschen. Der Basler Euro-Delegierte Hanspeter Weisshaupt rechnet mit rund 50000 deutschen und 20000 bis 30000 türkischen Fans. In den Basler Fanzonen finden insgesamt rund 50000 Menschen Platz. Stärker als bei den früheren Spielen werden morgen laut Klaus Mannhart, Sprecher des Basler Sicherheitsdepartements, Schweizer Polizisten im Einsatz stehen, die von den übrigen drei Austragungsorten abgezogen wurden. Das Kontingent von Polizisten aus Deutschland ist dagegen kleiner als bisher. Dazu kommen rund zwei Dutzend türkische Polizisten.

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  • 13,6% Aufpolieren? Unser Image war schon immer das Beste!