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Nach dem schwachen Startspiel hatte Frankreichs Trainer Domenech kräftig umgestellt. Drei neue Spieler und ein neues System sollten es gegen Holland richten. Marco van Basten hingegen vertraute derselben Elf wie noch gegen Italien. Konnte man auch mit derselben Offensivpower rechnen?
Vorerst nicht – Frankreich hatte seine Hausaufgaben gemacht und machte einen weitaus besseren Eindruck als die Italiener im ersten Spiel der Holländer. Raymond Domenechs Truppe ging früh und aggressiv auf den Mann und liess so die Holländer nicht ins Spiel kommen.
Kuyt sorgt für erneuten Traumstart
Genutzt hat es ihnen aber nicht viel. 10. Minute: Ecke Rafael van der Vaart, Kopfball Dirk Kuyt und 1:0 für die «Elftal». Kuyt verschaffte seinem Team den erneuten Traumstart. Sein Gegenspieler Malouda war nicht auf der Höhe und liess den Holländer ungestört einköpfen.
Holland schien sich mit der Führung vorerst zu begnügen und konzentrierte sich auf die defensiven Aufgaben. Und die Reaktion der Franzosen? Zwei Schüsse von Govou und einer von Ribery brachten sie aufs Tor, wobei sich van der Sar besonders bei Riberys Chance ins Zeug legen musste.
Ansonsten war Frankreich zwar bemüht, doch zu wenig gefährlich. Zu abgeklärt agierten die Holländer nach hinten und liessen auch ab und zu aufblitzen, dass immer mit schnellen Kontern gerechnet werden musste.
Frankeich furios nach der Halbzeit
Frankreich startete stark in die zweite Halbzeit. Henry spielte die gegnerische Abwehr schwindlig und lancierte in der Mitte Ribery, der gerade noch von van Bronkhorst gestört werden konnte. Die «Equipe tricolore» war nun heiss. Kurz darauf hatte Henry den Ausgleich auf dem Fuss. Ein Prellball landete bei ihm, sein Schuss konnte aber gerade noch abgelenkt werden. Glück allerdings für Holland, dass der Schiedsrichter nicht auf Handspenalty entschied.
Nun zeigte sich, wie brutal der Fussball doch sein kann. Henry konnte allein auf van der Sar losziehen, überlobte diesen, aber auch das Tor. Die bisher beste Ausgleichschance war vergeben. Nur drei Minuten später konterten die Franzosen über van Nistelrooy und den eingewechselten Robben. Der passte in die Mitte auf van Persie, welcher mit einem scharfen Schuss zum 2:0 vollstreckte. Die Holländer bewiesen einmal mehr wie einfach und schön Fussball gespielt werden kann.
Henry verkürzt
Nun ging es drunter und drüber. Henry zeigte erneut seinen Torinstinkt, diesmal mit Erfolg. Sagnol hatte den Ball von rechts hereingebracht, wo der Barcelona-Stürmer eiskalt auf 1:2 verkürzte.
Beeindruckend aber die Reaktion der Holländer. Gleich nach dem Anstoss ging es erneut schnell und schnörkellos. Arjen Robben riskierte einen Schuss aus spitzem Winkel und stellte den alten Vorsprung wieder her.
Als wäre das nicht schlimm genung, setzte Sneijder in der Nachspielzeit noch einen drauf. Mit einem Traumtor erhöhte er auf 4:1.
Holland bleibt in der Schweiz
Damit war der Ofen für die Franzosen aus. Im Spiel gegen Italien müssen nun Punkte her, ansonsten heisst es «Adieu les Bleus». Es kommt also zum erwarteten Herzschlagfinale in der Hammergruppe. Holland hingegen hat sich bereits als Gruppenerster für die nächste Runde qualifiziert. Die beeindruckende Bilanz: Sechs Punkte aus zwei Spielen mit einem Torverhältnis von 7:1. Holland gilt spätestens jetzt als Favorit. Den Viertelfinal wird Holland in Basel spielen.