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Von Beginn weg wirkten die Russen aggressiver, störten ihren Gegner schon früh beim Spielaufbau und kamen zu den besseren Chancen. In der 6. Minute zirkelte Juri Schirkow einen Freistoss aus 28 Metern über die Zwei-Mann-Mauer und prüfte Edwin van der Sar erstmals.
Der Oldie im holländischen Tor zeigte zu Beginn seines Jubiläumsspiels aber eine Glanzparade. Van der Sar bestritt in diesem Viertelfinal seine 16. EM-Partie und zog mit Rekordmann Lilian Thuram (Fr) gleich. Der 37-Jährige war schon an der Europameisterschaft 1996 im Einsatz… damals noch unter Guus Hiddink!
Nur zwei Minuten nach Schirkow kam Roman Pawljutschenko sieben Meter vor dem Tor ungehindert zum Kopfball. Doch das Leder flog über die Latte.
Zwar hatten die Oranjes bei Standardsituationen und durch ihre Topstars ebenfalls ihre Möglichkeiten, wie in der 19. Minute, als Ruud van Nistelrooy per Kopf auf Wesley Sneijder ablegte.
Am gefährlichsten wurde es für die Russen bei einer Freistossflanke von Van der Vaart, die Van Nistelrooy kurz vor der Torlinie um eine Fussbreite verfehlte.
Insgesamt vermochte das Team von Marco van Basten dem Gegner aber zu keinem Zeitpunkt seine Spielweise aufzudrängen. Es gab viele Weitschüsse auf beiden Seiten. Der erwartete Fussballzauber blieb vorerst aus.
Dann kamen die Russen mit noch mehr Elan aus der Kabine, und der zunehmende Druck hatte Folgen: In der 56. Minute fiel das 1:0 durch Pawljutschenko. Der beste Mann auf dem Feld konnte auf eine Flanke von Semak einschiessen.
Auch anschliessend wurden die Russen nicht ernsthaft bedrängt. Sie schienen das Spiel sicher nachhause zu bringen, bis Ruud van Nistelrooy wieder einmal zeigte, dass mit ihm immer zu rechnen ist.
«Van the Man» schaffte in der 86. Minute per Kopf den Ausgleich und brachte die holländischen Royals auf der Tribüne zum Tanzen. Bezeichnend für das Spiel der Oranjes war, dass der Treffer nach einem Freistoss fiel.
Es kam zur Verlängerung. Da aber stürmte nur noch eine Mannschaft, und das war Russland. Dann ging plötzlich alles ganz schnell: Dmitri Torbinski erzielte in der 112. Minute das 2:1. Er drückte eine Flanke von Arschawin mit dem linken Aussenrist über die Linie.
Vier Minuten später machte Arschawin selbst mit dem 3:1 den Sack zu. Sein Schuss wurde noch durch Heitinga abgelenkt und erwischte Jubilar Van der Sar zwischen den Beinen.
Das Ergebnis des dritten Viertelfinals geht auch in dieser Höhe absolut in Ordnung. Der Holländer Guus Hiddink hat mit den Russen seine Landsleute hops genommen! (fk)
| Holland - Russland 1:3 (0:0, 1:1) n.V. |
| St.-Jakob-Park. - 38 374 Zuschauer (ausverkauft). - SR Michel (Slk). |
| Tore: 56. Pawljutschenko 0:1. 86. Van Nistelrooy 1:1. 112. Torbinski 1:2. 116. Arschawin 1:3. |
| Holland: Van der Sar; Van Bronckhorst, Mathijsen, Ooijer, Boulahrouz (54. Heitinga); De Jong, Engelaar (62. Afellay); Kuyt (46. Van Persie), Van der Vaart, Sneijder; Van Nistelrooy. |
| Russland: Akinfejew; Anjukow, Ignaschewitsch, Kolodin, Schirkow; Semak; Syrjanow, Semschow (69. Biljaledtinow), Sajenko (81. Torbinski); Arschawin; Pawljutschenko (115. Sytschew). |
| Bemerkungen: Holland ohne Robben (Leistenprobleme), Russland komplett. 97. Lattenschuss Pawljutschenko. |
| Verwarnungen: 51. Boulahrouz (Foul), 55. Van Persie (Unsportlichkeit), 60. Van der Vaart (Reklamieren), 71. Kolodin (Foul, im Halbfinal gesperrt), 103. Schirkow (Foul), 111. Torbinski (Foul, im Halbfinal gesperrt). |