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Das deutsch-spanische Finale beginnt in der Zürcher Fanmeile sehr schweizerisch: «Chum bring en hei», singen Tausende von Fans in Schwarz-Rot-Gold und Gelb-Rot. Die Stimmung ist toll.
Die Deutschen sind wenige Minuten vor dem Match deutlich lauter als die Spanien-Fans. Auf die spanische Nationalhymne folgt lauter Jubel. Doch der Kampfruf der Deutschen ist doppelt so laut.
Der Spielverlauf entspricht in den ersten 10 Minuten dem Jubel der Deutschen. Die spanische Verteidigung kommt mit dem deutschen Sturm nicht zurecht.
«Qué pasó!», ruft Patricia auf Spanisch. Und gleich noch auf Zürichdeutsch «Was ist passiert? Was macht ihr?»
Im dichtgedrängten Stehbereich vor dem Grossbildschirm hüpfen die Fans. Jeden Freistoss und jeden Corner begleitet ein ansteigendes Oooooh mit gestreckten und winkenden Armen. Wie das die Fans bei Konzerten in der Schweiz so einzigartig machen, wenn sie eine Zugabe wollen.
Die Deutschen sind verzückt. Manuel Wild (25): «Die spielen viel besser als gegen die Türken.»
Doch dann dreht der Match: Ein Kopfball von Torres landet am Pfosten von Goalie Lehmann.
Um 21.18 Uhr explodiert die Fanzone: Mit einem Schmetterantritt lässt Torres die deutschen Abwehrhünen aussehen wie Fahnenstangen und trifft ins Netz. Gelb-Rot dominiert plötzlich in der Arena. «Viva España.»
Fan Thorsten hat für das Spiel nur einen Kommentar: «Schlecht.» In Halbzeit zwei ist nicht mehr viel von «Deutschland, Deutschland» zu hören. «España» dominiert in der Zürcher Fanzone. Dann kommt plötzlich Klose zum Schuss. Ein Aufschrei. Nein! Er trifft den Ball nicht richtig. Dennoch werden wieder deutsche Fahnen geschwenkt.
Aber die Deutschen kommen kaum mehr über die Mittellinie. Lange Gesichter bei Rot-Gelb-Schwarz. Rot-Gelb tanzt dafür ausgelassen Flamenco. Bis weit nach dem Schlusspfiff.