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Hakan Yakin, Gökhan Inler und Eren Derdiyok. Auf unseren drei türkeistämmigen Nationalspielern ruht ein gewichtiges Stück Hoffnung für das «Finalspiel» gegen unseren WM-Barrage-Gegner von 2005. Am Bosporus freilich sieht man die ganze Sache anders. Die drei werden als Söldner bezeichnet. Als «Kinder der Türkei».
Derdiyoks Tor gegen England wird von der Zeitung «Sabah» wie folgt beschrieben: «Er hat als Türke im Wembley ein Tor geschossen, auch wenn er für die Schweizer Nati spielt.»
Und wenn der polenstämmige Deutsche Lukas Podolski sich als «halber Pole» outet, dann ist das etwas, das in den Augen der Türken aus dem Mund des Schweizer Trios undenkbar wäre. Das Vorbild Deutschland sei ein schlechtes für die Schweiz. Zur Erinnerung: Poldi und Miroslav Klose, der auch aus Polen stammt, hatten Österreich beim 2:0 abgeschossen.
Für die Türken mit ihrem gewaltigen Patriotismus, haben Yakin, Inler und Derdiyok weiterhin Türken zu sein. Und zwar ganze. Denn auch in Istanbul erinnert man sich ans Jahr 1994. Damals hatte Kubilay Türkyilmaz gekniffen, als es darum ging, in der EM-Qualifikation in der Türkei anzutreten.
Der heutige BLICK-Kolumnist und damalige Galatasaray-Liebling hatte gesagt: «Leute, die ihr Land so sehr lieben wie die Türken, würden es nie verstehen, dass einer mit türkischem Namen und Pass gegen die Türkei kämpft.» Kubi wurde mit anonymen Telefonanrufen eingedeckt, als Verräter abgestempelt. Und auch Murat Yakin bekannte damals, er sei froh, ausgerechnet vor diesem Spiel verletzt zu sein. Auch er hätte auf einen Einsatz verzichtet.
Heute lieben die Türken Kubi für seinen Verzicht. Und auch diese Woche wurde er in den türkischen Gazetten wieder gelobt, als er im BLICK die Einschätzung von
Ex-Fenerbahce-Trainer Werner Lorant als Irrtum bezeichnete. Lorant hatte die türkischen Fussballer als «faul und überheblich» abqualifiziert.