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Blick: Köbi Kuhn, zufrieden mit dem Los?
Köbi Kuhn: «Beim Probelauf am Samstag gabs noch eine ganze andere Gruppe: Da hatten wir unter anderem Deutschland und Italien... Ich habe angenommen, dass es bei der richtigen Auslosung anders kommen werde. Wir haben eine attraktive Gruppe und mit Tschechien, Portugal und der Türkei drei attraktive Gegner. Es ist gegen diese Teams nicht so wie gegen Deutschland oder Spanien, gegen die wir lange nicht mehr oder noch gar nie gewonnen haben. Alle unsere drei Gruppengegner haben wir in der Schweiz schon geschlagen. Deshalb: Diese Gruppe ist absolut machbar.»
Und dann gehts in den Viertelfinal gegen Deutschland?
«So genau habe ich den Spielplan noch nicht angeschaut ...»
Nach der Schlacht von Istanbul vor zwei Jahren verbinden uns mit der Türkei gemischte Gefühle, nicht wahr?
«Kein Problem für mich. Wir sind zu fest fixiert auf die Dinge, die damals in Istanbul passiert sind. Beim WM-Qualifikationsspiel in Bern – das wir übrigens 2:0 gewonnen haben – gabs mit den türkischen Fans keine Probleme. Und das wird nächstes Jahr auch in Basel so sein. Die türkischen und die Schweizer Zuschauer werden sich auf den Fussball konzentrieren und nicht auf Dinge, die längst vergessen sein sollten.»
Wie wichtig wird das Startspiel gegen Tschechien sein?
«Sehr wichtig. Wir dürfen auf keinen Fall verlieren, sonst sind wir sofort unter Druck. Aber, nicht zu vergessen: Wir spielen zuhause. Der 12. Mann wird uns unterstützen. Und die Schweiz wird eine Mannschaft sehen, die alles geben wird. Es liegt an uns zu zeigen, dass wir wieder das Niveau der letzten WM oder der WM-Qualifikation erreichen können.»
Wie gut kennen Sie Ihre EM-Gegner bereits?
«Meine Trainer-Kollegen haben alle Gegner bereits beobachtet – und zwar in Entscheidungsspielen, wo sie unter Druck waren. Solche Kenntnisse hatten wir vor der WM nicht immer. Die Ukraine hatten wir zum Beispiel nie in einem Entscheidungsspiel beobachtet.»
Wer ist der Gruppenfavorit?
«Die Portugiesen vielleicht. Aber die hatten in der Qualifikation gegen Finnland auch ihre Probleme. Portugal ist sicher keine Mannschaft von einem anderen Planeten.»
Zurzeit sind viele Ihrer Stammspieler verletzt. Beunruhigt Sie das?
«Nicht gross. Ich bin optimistisch, dass nächstes Jahr alle wieder an Bord sein werden. Und ich im Mai aus dem Vollen schöpfen kann.»
Doch Patrick Müller hat sich Samstags wieder verletzt ...
«... ja, leider. Es ist wieder dasselbe Knie. Er wird am Montag untersucht. Es droht ihm eine Operation. Das wäre ein Schlag für uns!»