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Schon vor dem Spiel stand Spanien als Gruppensieger fest und Griechenland war bereits ausgeschieden. Doch die Frage war, wie sich der amtierende Europameister vom Turnier verabschieden würde.
Spiel um Goldene Ananas?
Es ging also nicht nur um den Trostpreis, sondern auch um die Ehre der Griechen. So nahm der hellenische Trainer Rehhagel seine Spieler in die Pflicht:«Wir müssen das Turnier in einer würdigen Art und Weise beenden!» König Otto hat gut reden: Bereits vor der EM hat er seinen Vertrag vorzeitig bis 2010 verlängert und sich die Unterschrift vergolden lassen.
Spanien tritt mit B-Elf an
Aragones, mit bald 70 Jahren der älteste Coach des Turniers, wechselte kurzerhand 10 (!) Spieler aus. Lediglich der Barça-Star Iniesta stand bereits bei den anderen Partien in der Startelf. So kamen sechs Spieler zu ihrem ersten EM-Einsatz überhaupt.
Diese komplette Rotation brachte zwar vielen Spaniern eine Einsatzmöglichkeit, auf dem Spielfeld musste sich die neu formierte Truppe aber zuerst einmal finden. Doch nach kurzer Eingewöhnungszeit kombinierten die Iberer gefällig und hätten durchaus in Führung gehen können.
Griechen drehen Spielverlauf auf den Kopf
In der ersten halben Stunde lief bei den Hellenen nicht viel zusammen. Das Spiel plätscherte vor sich hin und verkam zu einem gemütlichen Trainingsspiel ohne Wettkampfcharakter. Der zähe Spielfluss und das wenig ansehnliche Spiel sorgten dafür, dass auf den Rängen mehr gegähnt als gefeiert wurde.
Doch in der 42. Minute weckten die Griechen die Zuschauer aus der Lethargie. Nach einem Karagounis-Freistoss köpfte Angelos Charisteas den Ball ungehindert ins Tor. Der beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag stehende Grieche knüpfe nahtlos an das letzte Goal der Griechen an einer Endrunde an. 2004 traf Charisteas ebenfalls mit dem Kopf: Das Tor war aber ungleich wertvoller, es handelte sich um den Siegtreffer im EM-Finale 2004 gegen Portugal.
Unverdiente Führung
Die Spanier hatten in der ersten Halbzeit deutlich mehr Vorteile, wirkten aber vor dem Tor harmlos. Angesichts des Spielverlaufs war die 1:0-Pausenführung aber mehr als schmeichelhaft. Doch den Gurkenpreis hatten die Teams auf sicher: Die ersten 45 Minuten waren die mit Abstand schlechtesten dieser Euro, Fussball zum Einschlafen!
Spanier lassen sich nicht einlullen
Auch in der zweiten Hälfte gaben die Spanier den Ton an. Und in der 61. Minute wurde der rot-gelbe Sturmlauf belohnt. Güiza legte per Kopf uneigennützig den Ball zurück und Ruben de la Red drosch das runde Leder mit voller Wucht aufs Tor. Der griechische Torhüter Nikopolidis hatte keine Abwehrchance. Im Gegenteil: Er wirkte wie ein Fremdkörper zwischen den Pfosten, seinen Zenit hat der 37-Jährige schon längst überschritten.
Debakles für Rehhakles!
Doch das grosse Debakel bahnte sich erst noch an: In der 88. Minute köpfte Güiza die Spanier zum 2:1 Sieg. Der Rumpelfussball der Griechen ist gnadenlos überholt, Rehhakles sollte zurücktreten. Nach dem einzigartigen EM-Titel 2004 holten sich die Griechen nun eine inoffizielle, unehrenhafte Trophäe. Nämlich die des «schlechtesten Europameister an einer nachfolgenden EM aller Zeiten»!
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Spanische Freude: Auch gegen die B-Elf der Iberer konnten die Griechen nicht punkten. (Keystone)