Bumsfidele Oranjes feiern House-Party

  • Publiziert: 18.06.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Marcel W. Perren

Friede, Freude, Käsekuchen – bei keinem Team herrscht ein derart familiäres Ambiente wie bei den bumsfidelen Holländern.

Nach den Spielen dürfen die Tulpenbomber ihre Frauen mit aufs Zimmer nehmen. Der Grund für die geilen Oranje-Tore?

Diese Holländer machen Spass! Auf dem Rasen streicheln sie den Ball so fein, dass er aus unmöglichsten Winkeln im Gehäuse des Gegners einschlägt. Danach gibt es Streicheleinheiten für Frau und Kind. Nach jedem Sieg drehen Sneijder, Kuyt, Van der Sar und Co. eine Ehrenrunde mit ihren Sprösslingen und schmusen vor der ganzen Fussballwelt mit ihren Frauen.

Derweil Österreichs Teamchef Pepi Hickersberger seinen Kickern während der Euro ein Sex-Verbot erteilte, ist man im Quartier der Holländer im Lausanner «Beau Rivage» gar nicht prüde: Nach dem 4:1-Schützenfest gegen die Franzosen erlaubte Bondscoach Marco van Basten (43) seinen Jungs, mit ihren Frauen zu übernachten. So will er es auch nach einem Sieg im Viertelfinal handhaben.

Diese Lockerheit ist neben der spielerischen Klasse der grosse Oranje-Trumpf. «Die Stimmung in dieser Truppe ist so gut, dass ich mich jedes Mal an einer House-Party wähne, wenn ich mich in der Nähe der Mannschaft aufhalte», erzählt Hollands Ex-Internationaler, Youri Mulder (39).

Dabei war das Klima in holländischen Teams in der Vergangenheit oft das grosse Problem. Nach dem legendären General Rinus Michels (†77) scheiterte jeder Bondscoach nicht zuletzt am Konflikt zwischen den dunkelhäutigen und den weissen Spielern in der «Elftal». Doch Michels einstigem Musterschüler Marco van Basten (wurde als Spieler unter Michels 1988 Europameister) scheint es gelungen zu sein, den Graben zuzuschütten.

Das wunderbare Ambiente im «Beau Rivage» hat ihn dabei unterstützt. In holländischen Medien ist schon jetzt «vom guten Geist von Lausanne» die Rede.

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