Das Warten auf den ersten Sieg seit 52 Jahren geht weiter: Die Schweizer Nati kassierte im Testspiel gegen Deutschland im ausverkauften Basler St. Jakob-Park eine deutliche 0:4-Klatsche!
Oh je, das tut weh: Anstelle des ersten Sieges gegen Deutschland seit fast 52 Jahren gabs für Köbis Buben eine 0:4-Klatsche!
Unsere Nati hatte ausser einem Abseitstor von Frei und einem abgefälschten Freistoss in der ersten Hälfte wenig zu bieten. Miroslav Klose traf in der 23. Minute nach einem Fehler des sonst tadellosen Diego Benaglio. Der Ball kam von der rechten Angriffsseite der Deutschen durch den Strafraum gerollt, Benaglio verpasste und Klose musste nur noch einschieben. Dieser Treffer muss der Wolfsburg-Keeper wohl auf seine Kappe nehmen.
Das zweite Tor der Deutschen erzielte Mario Gomez in der 61. Minute nach einem Ballverlust Barnettas an der Mittellinie. Beim Schlenzer des Stuttgart-Stürmers war Benaglio machtlos. Das 3:0 fiel nach einem Konter in der 67. Minute und wieder war es der starke Stuttgarter Gomez, der traf. Das 0:4 nach einem Konter durch Podolski in der 89. Minute war nur noch Resultatkosmetik.
Ungewöhnliches Spielsystem
Das ungewöhnliche Spielsystem von Kuhn mit Tranquillo Barnetta hinter den Spitzen kam nie richtig zur Geltung. Erst nach rund einer Stunde Spielzeit korrigierte Kuhn: Barnetta wurde auf die linke Seite genommen, Gelson übernahm fortan endlich die gewohnte Rolle des Spielmachers.
Zwei Stürmer, aber kein Tor
Als zweite Sturmspitze neben Alex Frei gab Kuhn erstaunlicherweise dem jungen Eren Derdiyok den Vorzug, wechselte aber in der Pause den Twente-Topskorer Blaise Nkufo ein. Beide blieben wirkungslos.
Der Auftritt der Schweizer im drittletzten Test vor der Heim-EM war nicht so miserabel, wie das Resultat vermuten liesse, aber Köbi Kuhn bleibt noch viel Arbeit. Und das Warten auf einen Sieg gegen Deutschland geht weiter.
Im BLICK vom Donnerstag
– Wirr, konfus, chancenlos – die grosse Blamage!
– Nati, das ging in die Hosen
– Die grosse Spielanalyse, wie das Experiment von Kuhn missriet
– Kommentar: Die Nati hat sich nicht weiterentwickelt
Schweiz - Deutschland 0:4 (0:1)
St.-Jakob-Park. -- 38 500 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Bramhaar (Ho). -- Tore: 23. Klose 0:1. 61. Gomez 0:2. 67. Gomez 0:3. 89. Podolski 0:4.
Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Eggimann, Senderos (75. von Bergen), Spycher; Behrami (58. Gygax), Inler, Fernandes (87. Huggel); Barnetta (80. Vonlanthen); Derdiyok (46. Nkufo), Frei (83. Yakin).
Deutschland: Lehmann; Lahm (87. Trochowski), Mertesacker, Westermann, Jansen (79. Rolfes); Fritz (Friedrich), Ballack, Hitzlsperger, Schweinsteiger; Gomez (75. Kuranyi), Klose (58. Podolski).
Bemerkungen: Schweiz ohne Philipp Degen, Magnin, Margairaz, Müller, Streller (alle verletzt) und Dzemaili (U21). -- 15. Tor von Frei annulliert (Offside). -- Verwarnungen: 45. Schweinsteiger (Unsportlichkeit), 45. Ballack (Foul), 48. Klose (Foul), 65. Inler (Foul).
Ihre Meinung!
Besten Dank für die zahlreichen Fast-Feedbacks.
Hinweis: Ausgewählte Leser-Meinungen werden im BLICK vom Freitag publiziert!
Stimmen zum Spiel
Köbi Kuhn: «So haben wir uns das nicht vorgestellt. Fast in allen Belangen waren wir unterlegen. Aber wir halfen noch kräftig mit. Wenn man die Physis anschaut, den konditionellen Aspekt, dann wird es gerade gegen einen solchen Gegner schwierig. Aber es gibt nichts schönzureden. Nach einer schwachen Startphase sah es in der ersten Hälfte noch vernünftig aus. Mit individuellen und unnötigen Fehlern haben wir uns wirklich fast ein bisschen amateurhaft angestellt. Die Deutschen waren klar besser und eben, wir halfen kräftig mit.»
Tranquillo Barnetta: «Das Resultat war ein bisschen zu deutlich, das haben wir nicht verdient. Bis zum 0:2 haben wir ein ordentliches Spiel gemacht, wir hatten auch unsere Möglichkeiten. Wir werden jetzt nicht aufgeben und uns bei der Euro ganz anders präsentieren.»