Bilanz: Das war eine grüne EM

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Alain Kunz aus Wien

23 Tage und schon vorbei. Der grösste Sportanlass, den die Schweizund Österreich je gesehen haben, ist Geschichte. Die Bosse zogen ein erfreuliches Fazit. Mit zwei Ausnahmen.

SFV-Boss Ralph Zloczower war bei der Abschluss-Medienkonferenz nicht mehr Schönredner wie
nach dem EM-Aus der Nati: «Mit dem Abschneiden unserer Mannschaft können wir nicht zufrieden sein. Das gesteckte Ziel Viertelfinal haben wir nicht erreicht.»

Klare Worte zum Schluss. Vielleicht, weil es ihn mit jedem bunten Euro-Tag mehr wurmte, dass die eigene Mannschaft nur noch Randnotiz war. Ihm als Berner werden die Bilder der Oranje-Party in der Hauptstadt in Erinnerung bleiben.

Zweiter Negativpunkt: das kühlnasse Wetter zu EM-Beginn. «Aber lieber so als umgekehrt», sagte ÖFB-Präsident Friedrich Stickler. «Der letzteEindruckbleibt haften.»

Das ist der Eindruck eines farbenfrohen Festes. «Eine friedliche Massenbewegung, ein bisschen Sommermärchen», fasste es Stickler in Worte.

Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer rechnete mit den ahnungslosen Nörglern ab, die Negativszenarien angekündigt hatten: «Weder Innenstädte noch Parks wurden zerstört. Hooliganismus fand nicht statt. Es sollte uns eine Lehre sein, dass es nicht der richtige Weg ist, den Leuten Angst zu machen und die Apokalypse heraufzubeschwören.»

Auch vom Umweltstandpunkt aus sei die Euro im Gegensatz zu den gegenteiligen Ankündigungen total befriedigend verlaufen: «Achtzig Prozent des Nah- und sechzig Prozent des Fernverkehrs war öffentlicher Verkehr. Es waren grüne Europameisterschaften», so Gusenbauer.

Bundesrat und Sportminister Samuel Schmid stellte fest, «dass wir während der Euro zeitweise sogar weniger Verkehrschaos hatten und die Kriminalität teilszurückgegangen ist».

Schlusswort Gusenbauer zur Zusammenarbeit Schweiz – Österreich: «Es war ein Fest der europäischen Integration. Und aus Nachbarn sind Freunde geworden.»

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