Basel freut sich auf Oranje-Invasion

  • Aktualisiert am 03.01.2012

BERN – Bern verabschiedet sich wehmütig von den Holländern, die Basler reiben sich die Hände: Morgen zieht der orange Tross an den Rhein weiter. Die Italiener sind derweilen am Beten.

Heute feiert Bern die dritte und letzte Euro-Party mit zehntausenden Holländern. Der Abschied fällt schwer: Am liebsten würde er gleich alle Oranje-Fans einbürgern, sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät heute mit einem Augenzwinkern. Zuvor hatte er noch den 500’000. Fan in der Bundesstadt begrüsst – natürlich einen Gast aus Holland. Petra van den Ham aus Houten erhielt einen grossen Käse und eine Schokolade geschenkt.

Nach dem Spiel gegen Rumänien zieht der orange Tross weiter nach Basel. Die Rheinstadt freut sich bereits auf die friedliche Invasion. Denn das Geschäft mit den Fans lief in der Schweizer Fussball-Hauptstadt bislang eher harzig. An sieben von zehn Spieltagen blieben die Besucherzahlen in den Fan-Zonen unter den Erwartungen, wie der Basler Euro-Delegierte Hanspeter Weisshaupt sagte.

Bloss die Nati zog

Insgesamt 250000 Gäste wurden bislang in den Fanzonen registriert. Grossen Besucherandrang gab es nur bei den drei Auftritten der Schweizer Nationalelf.

Nun freuen sich Basels Touristiker auf die besonders zugkräftigen Teams aus Deutschland und Holland, die am Donnerstag und Samstag ihre Viertelfinals im St. Jakobpark bestreiten. Deutschland ist ein «Hauptzielmarkt» von Basel Tourismus, und mit holländischen Fans hat bereits Bern gute Erfahrungen gemacht.

Gibts Krawall in Zürich?

Auch in Zürich geht das Euro-Märchen heute zu Ende. Zum «Dessert» steht der Knüller zwischen Frankreich und Italien auf dem Programm. Vor dem Stadion Letzigrund haben noch eine Stunde vor Anpfiff der Partie Frankreich – Italien viele Fans verzweifelt ein Ticket gesucht. Die Preise stiegen ins Unverschämte.

«For the love of football – please give me a free ticket» hatte einer auf das Pappschild geschrieben, mit dem er im letzten Moment eine Eintrittskarte zu ergattern suchte.

Die Hoffnung auf ein Gratisbillett war aber wohl illusorisch. Einer, der Tickets anbot, verlangte etwa für ein Billett der besten Kategorie volle 1000 Euro. Normalerweise kostete es 175 Franken.

Vor den Stadioneingängen drängten sich friedliche, ausgelassene Fans, die sich ihre Stimmung auch vom heftigen Regen nicht verderben liessen, der kurz vor 20 Uhr einsetzte. Tuten, Trommeln und hingebungsvoll gegrölte Lieder erfüllten die Luft. (SDA/hhs)

Wie die Farbe Orange ins Spiel kam

BERN – Spätestens nach dem dritten Spiel in Bern dürfte es auch der letzte Schweizer bemerkt haben: Die holländischen Fans schmücken sich nicht in den Farben ihrer Nationalflagge Rot-Weiss-Blau, sondern in Orange, der Farbe des Königshauses. In die orangen Kostüme schlüpfen die Niederländer aber nicht nur während der Spiele ihrer Nationalelf. Auch bei Taufen und Hochzeiten darf die königliche Farbe nicht fehlen – und erst recht nicht am Nationalfeiertag, dem «Königinnentag» am 30. April. Die Familie der Oranier steht seit der Unabhängigkeit von Napoleons Frankreich 1813 an der Spitze der Nation. Und seit 1890 regieren die Frauen: Auf Emma folgten Wilhelmina, Juliana und die heutige Monarchin Beatrix. Als «Vater des Vaterlandes» sehen die Niederländer Wilhelm von Oranien, einen Ahnen der vier Königinnen. Der 1533 geborene Wilhelm begann den Aufstand gegen die spanischen Besatzer, der nach 80 Jahren mit der Unabhängigkeit des Landes endete.

Wie sich Tifosi vorbereiten

Wie bereiten sich zwei Zürcher Tifosi auf das Schicksalsspiel ihrer Squadra Azzurra vor? Blick.ch hat Giuseppe Laisa (39) und Gianni Tomasulo (44) heute begleitet. Die Frisur muss natürlich stimmen für den Showdown – und ein echter Italiener vertraut auch auf den Beistand von oben. Doch sehen Sie selber!
Ein letztes Mal verzaubern die Holländer heute Bern – dann gehts ab an den Rhein.- Reuters

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