Aufstand gegen Uefas Bierideen

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ZÜRICH/WIEN – An der Euro gibts das Bier vom Sponsor. Blöd ist: Es kostet nicht überall gleich viel. Aber nicht nur das sorgt für rote Köpfe. Was trinken Sie zum Fussballfest? Diskutieren Sie mit!

Der Uefa-Krontrollwahn an der Euro 08 macht auch vor offiziellen Fanzonen nicht halt: Wo der Fussball gefeiert wird, soll das Bier des Hauptsponsors ausgeschenkt werden. In der Schweiz wurde der Preis für 4 dl Carlsberg auf 5 Franken festgelegt. In Österreich kostet das gleiche Bier rund 7.30 Franken!

Dagegen wehrt sich im Nachbarland die rechtspopulistische FPÖ. Die Besucher würden nach Strich und Faden ausgenommen, schimpft die Partei.

Dabei geht es ihr weniger um die Bierpreise als um die Tatsache, dass kein einheimisches Bier ausgeschenkt werden darf.

Darüber regen sich aber nicht nur patriotische Politiker auf. Auch der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP) verriet in der Sendung Giacobbo/Müller am vergangenen Sonntag: «Ich habe bereits eine neutrale Flasche zuhause, da kann ich mein [Zürcher] Turbinenbräu in die Fanmeile mitnehmen und keiner kann mir einen Vorwurf machen.»

Das Geschäft mit dem Gerstensaft will sich kein Wirt und keine Brauerei verderben lassen. Eine österreichische Brauerei hat etwa extra ein Fan-Bier für die Euro gebraut, das jeden Fan glücklich machen soll. Für jedes teilnehmende Team gibts eigene Etiketten.

Welches Bier trinken Sie an der EM? Stören Sie sich an den Vorschriften der Uefa? Schreiben Sie uns! (zum)

Spassbremse

Kommentar
Von Marcel Zulauf, Redaktionsleiter Blick.ch

Die Uefa überlässt beim drittgrössten Sport-Event nichts dem Zufall: Alles ist reglementiert. Vom Getränk bis hin zum passenden Fan-T-Shirt will der europäische Fussballverband alles unter Kontrolle haben.

Logisch, denn es geht um so viel Geld, dass manch ein Trittbrettfahrer an der Fussball-Party verdienen will. Dennoch geht der Löwenanteil an die Uefa, das wissen auch die Fussball-Bosse. Darum stört die Rolle der Spassbremse noch viel mehr.

Denn eine EM lebt vor allem auch von den Fans. Und die sollen so feiern können, wie sie wollen.

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