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Grösster Wettskandal in Europa! Betrug in mindestens 200 Fussballspielen!: Es geht um Millionen!

Eine europaweit tätige Bande bestoch und bedrohte Schiris, Spieler, Funktionäre. Auch in der Schweiz. Die gesamte Challenge League steht unter Verdacht.

Von Monica Fahmy, Heiko Ostendorp, Leander Knapp, Viktor Dammann und Alain Kunz | Aktualisiert um 11:39 | 21.11.2009


Uefa-Anwalt Limacher: «Der grösste Wettbetrug aller Zeiten.»
Fussball-Betrüger Nummer eins: Milan Sapina im Berliner «Café King».
Fussball-Betrüger Nummer zwei: Ante Sapina bei seiner Verhaftung am Mittwoch.
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Der Leiter der Uefa-Disziplinarabteilung, Peter Limacher, fasst es zusammen: «Das ist zweifellos der grösste Betrugsskandal, den es im europäischen Fussball jemals gegeben hat.»

Tatsächlich: Was die Staatsanwaltschaft Bochum gestern bekannt gibt, dürfte den europäischen Fussball noch lange beschäftigen. «In etwa 200 Fussballspielen mehrerer Länder besteht konkret der Verdacht, dass es zu versuchten oder vollendeten Manipulations-, respektive Betrugshandlungen gekommen sei», sagen die Ermittler.

Und dann werden sie deutlich: Die Täter sollen seit mindestens Anfang 2009 Sportler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle aus hochrangigen Fussball-Ligen verleitet, bestochen oder erpresst haben.

Damit Spiele einen vorher gewünschten Verlauf nahmen. Damit hohe Wettgewinne abgeräumt werden konnten.

Bisher wissen die Ermittler von Spielen in Deutschland (22 Spiele), Belgien (17), Kroatien (14), Slowenien (7), der Türkei (7), Ungarn (13), Bosnien (8) und Österreich (11), in denen krumme Dinger gelaufen waren.

Und der grosse Schock für die Schweiz: Auch bei mindestens 22 Partien der Challenge League und bei sechs Vorbereitungsspielen bei uns wurde betrogen und geschoben.

Welche Spiele das sind, welche Mannschaften betroffen sind – das behalten allerdings die deutschen wie die hiesigen Behörden für sich. Klar ist nur: In der Schweiz wurden bereits zwei Personen verhaftet.

«Im Rahmen einer international koordinierten Polizeiaktion, und zwar am Mittwoch», erklärt die Bundeskriminalpolizei auf Anfrage von BLICK. Zuständig für den Fall ist hierzulande jetzt die Bundesanwaltschaft: «Wir führen seit 12. November ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren», sagt die Behörde.

Doch wer ist im Visier dieser Ermittlungen?


Bisher ist nur die Rede von Challenge-League-Spielen. Die 16 Mannschaften dieser Liga, der ehemaligen Nati B, stehen damit unter Generalverdacht.

Besonders unter Druck kommen sechs Mannschaften: Yverdon, Thun, Servette, Gossau, Sion und Xamax. Denn BLICK weiss: auf der Liste der Ermittler stehen zwei reguläre und zwei Vorbereitungsspiele, in denen diese sechs Teams spielten.

Die zwei Drahtzieher dieses europäischen Skandals sind bereits dingfest: Es sind Milan (43) und Ante (33) Sapina. Alte Bekannte im Fussball-Betrug.

Die kroatischen Brüder waren bereits Wettpaten von Robert Hoyzer (30), dem deutschen Betrüger-Schiri, der 2005 für den bis damals grössten deutschen Wettskandal sorgte.

Aus dem Berliner «Café King» hatte Hoyzer seine Fäden gezogen. Als er und Ante Sapina aufflogen, bekamen sie dafür über 2 Jahre Gefängnis. Ante verkündete vollmundig: «Unser Skandal war ein Weckruf für alle. Das traut sich keiner mehr.»

Keiner – ausser die Skandal-Profis, offenbar. Und mit ihnen 13 Verhaftete in Deutschland und die zwei Verhafteten in der Schweiz. Gegen insgesamt 100 Personen wird ermittelt.

Die Masche der Betrüger waren Einsätze über chinesische Wettbüros. Dort können bis zu 45 000 Franken gesetzt werden. Europäische Wettbüros haben viel tiefere Limits. Gewettet wird auf untere Ligen, die sind weniger im Rampenlicht.

Und dann werden Spieler oder Schiris entweder bestochen oder unter Druck gesetzt: mit unliebsamen Entüllungen aus dem Privatleben oder mit hohen Schulden.

«Wir sind überzeugt, dass es sich bei den bisher bekannten Spielen erst um die Spitze des Eisbergs handelt», sagt die Bochumer Staatsanwaltschaft.

Da kommt noch einiges auf uns zu. Auch für den Schweizer Fussball.
Fussball-Betrüger Nummer eins: Milan Sapina im Berliner «Café King».
Fussball-Betrüger Nummer eins: Milan Sapina im Berliner «Café King».
Fussball-Betrüger Nummer zwei: Ante Sapina bei seiner Verhaftung am Mittwoch.
Fussball-Betrüger Nummer zwei: Ante Sapina bei seiner Verhaftung am Mittwoch.
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Das sagen Blick.ch-Leser
Marc Scherrer, Aesch - 14:13 | 21.11.2009
» Wenn der FCZ Meister wird..kann es sich nur um Betrug handeln..
Bruno Brunschwiler, Niederuzwil - 12:03 | 21.11.2009
» In was für einer verlogenen Welt leben wir eigentlich??? Trau, schau, wem!!! Da kann man ja bald der eigenen Nasenspitze nicht mehr trauen. Macht doch den "Zugerberg" wieder auf, da könnten dann die Drahtzieher Ihre überschüssige Energie (Gedanken) abbauen.
Jamie Banter, Switzerland - 11:40 | 21.11.2009
» Es würde zum reichlich amateurhaften CH-Fussball passen, wenn nun auch noch diese Seuche hier Einzug halten würde. Nichts hat der Verband und die Vereine im Griff, nicht mal 19jährige vermummte Clowns mit Pyros.
michel koeb, montady - 11:05 | 21.11.2009
» Logisch, der Staat, die Region und die Länder kassieren flott mit bei diesen Wetten! Was passiert Monsieur Platini? Ich behaupte nichts, rein gar nichts, weil es viel zu schwer ist alle dingfest zu machen und alle Spiele zu wiederholen! Das Warnsystem hat je super funktionniert.....Weiter wetten, weiter betrügen weiter abkassieren solange alle Kohle bekommen warum nicht?
Hans Gusen, Zug - 11:03 | 21.11.2009
» @Eric Baumgartner: Ihr Vorschlag ist putzig, regt mich etwas zum Schmunzeln an. Wollen Sie tatsächlich der ganzen Welt wegen einer Betrügerbande das Wetten auf Fussballspiele verbieten?
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