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Um Punkt 13.01 Uhr startet nach dem gestrigen Selbstmord von Robert Enke die Pressekonferenz in Hannover 96. Die grosse Überraschung: Entgegen allen Erwartungen tritt nicht Sportmanager Jörg Schmadke vor die Journalisten, sondern seine Witwe Teresa sowie Enkes Arzt.
Zuerst spricht Dr. Valentin Markser. Er spricht über Enkes Kranheit – dieser litt unter starken Depressionen, hatte latente Selbstmordgedanken. Es wird ein düsteres Bild von Robert Enkes Innenleben gezeichnet. Erstmals kommt Enke zu Dr. Markser, als er bei Barçelona und Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag steht.
Besonders setzt Enke der Eklat in Istanbul zu, als er unter Trainer Daum beim ersten Spiel von den eigenen Fans mit Gegenständen beworfen wird. Er schmeisst den Bettel komplett hin und ist für kurze Zeit ohne Job.
Doch die Familie kämpft sich gemeinsam aus diesem Tief, und selbst der Tod von seiner geliebten Tochter Lara bringt die beiden nicht auseinander.
Ab Oktober dieses Jahres begibt sich Enke erneut in Behandlung, die Depression ist stärker als je zuvor. Den Tränen nahe sagt Enkes Witwe: «Wir haben geglaubt, dass man es mit Liebe schafft. Doch ich habe es nicht geschafft. Robert ist tot.»
Enke hat sein Umfeld getäuscht
Tragischer ist die Tatsache, dass Robert Enke scheinbar seine Frau und auch seinen Arzt täuschte. Am Todestag selbst rief Enke seinen Arzt an und stoppte die Behandlung, die er Oktober dieses Jahres wieder aufgenommen hatte. In seinem Abschiedsbrief entschuldigt sich Enke dafür.
Weshalb aber ging Robert Enke nicht an die Öffentlichkeit? Seine Witwe dazu: «Er hatte Angst. Angst, dass er Leila (seine Adoptivtochter) verliert. Er hatte Angst, dass er seinen Job verliert. Fussball war sein grösster Halt, seine Flucht vor den Depressionen.»
Doch Robert Enke konnte seine Krankheit nicht besiegen. Am Dienstag begeht er Selbstmord. Er hinterlässt Frau und Kind.