Blatter wegen Schmiergeldzahlungen unter Druck «Eine Beleidigung für den Fussball»

Veröffentlichte Gerichtsdokumente deckten auf, dass Schmiergelder in Millionenhöhe an Fifa-Funktionäre gezahlt wurden. Nun fordert der Europarats-Abgeordnete Rochebloine von Sepp Blatter Erklärungen.

  • Publiziert: 13.07.2012

Wieder mal brennt bei der Fifa der Baum! Der frühere Präsident Joâo Havelange und sein ehemaliger Schwiegersohn Ricardo Teixeira haben über mehrere Jahre Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen.

Nun gerät Fifa-Präsi Sepp Blatter unter politischen Druck. Ein Europarat-Vertreter wirft ihm vor, den Skandal vertuscht zu haben. «Wenn Blatter von den Bestechungen wusste, dann hätte er alles in seiner Macht stehende tun müssen, um die Betroffenen zu belangen statt zu schützen», sagt der französische Abgeordnete Francois Rochebloine.

Weiter fordert Rochebloine von Blatter genauere Angaben über seine Rolle in der Affäre: «Wann genau hat er von den Zahlungen erfahren? Warum hat die Fifa dieses Fehlverhalten versteckt und ist nicht gegen die Täter vorgegangen? Und am wichtigsten: Welche Schritte unternimmt Blatter nun, damit so etwas nicht noch einmal passiert?»

Der Abgeordnete ist ausser sich: «Dies ist ein schockierender Skandal im Herzen der Fussball-Welt», so Rochebloine. «Dies ist eine Beleidigung für den Fussball und seine Legionen von loyalen Fans weltweit.»

Blatter hatte am Donnerstag laut Fifa-Homepage zugegeben, dass er von den Zahlungen gewusst hatte, diese aber verharmlost, da zum damaligen Zeitpunkt diese im Gegensatz zu heute nicht strafbar gewesen seien. «Solche Zahlungen konnten sogar als Geschäftsausgaben von den Steuern abgezogen werden», so Blatter.

Für Kritiker sind die jüngsten Entwicklungen ein weiterer Beweis dafür, dass Korruption, Bestechung und Schmiergeldzahlungen bei hochrangigen Fifa-Funktionären an der Tagesordnung sind. Zuletzt war es vor gut einem Jahr zu Diskussionen um mögliche Bestechungszahlungen im Vorfeld der WM-Vergaben 2018 (Russland) und 2022 (Katar) gekommen. (Si/sau)

Beliebteste Kommentare

  • Patrick  Smonig
    Och, und ich dachte doch tatsächlich immer, dass z.Bsp. Katar die WM auf Grund seiner grossen Fussball-Tradition und den schönen grünen Wiesen bekommen hat.
  • Urs  Stauber , Walchwil
    Ist doch klar bei Blatter, es sind immer die anderen. Eines hingegen muss man ihm lassen, er ist so clever, dass niemand ihm allfällig erhaltene Schmiergeldzahlungen nachweisen kann.

Alle Kommentare (25)

  • RONALD  Lack , Basel
    Jetzts reichts, wenn Blatte noch eine gewisse Ehre hat, tritt er zurück. Nun wundert es niemanden mehr das die WM in Katar ist, aber der Filz in der FIFA und UEFA deckt alle dunklen Machenschaften, es könnte sonst ja einem an den Geldbeutel gehen.
    • 14.07.2012
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  • Stephan  Fleisch , Saint-François , via Facebook
    WOW, muss es Europa gut gehen oder wieso haben die EU-Politiker nichts anderes mehr zu tun? Klar ist diese Geschichte ein Skandal: Politiker sollten aber nicht zu stark mit dem Finger auf andere zeigen, sind diese doch keinen Deut besser.
    Ach und noch etwas:
    Soviel ich weiss haben die Franzosen doch genug eigenen Probleme die dringen gelöst werden sollten 8000 Entlassungen bei PSA zB.: Diese soltlen also zuerst alle gelöst werden und anschliessend kann man wieder auf Andere zeigen.
    Und noch etwas:
    Eine Beleidigung für die Fussball-Welt war wohl eher der Auftritt Les Bleus! Diese
    • 14.07.2012
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  • André  Gysin , via Facebook
    Wenn Grönland Reich wäre ? Würde die nächste WM dort stattfinden...Blatter könnte das arangieren.
    • 14.07.2012
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  • Heinz  Schweizer
    Ich glaube es gibt in der Schweiz nicht manche Persönlichkeit die dem Ruf der Schweiz so schadet wie Herr Blatter. Dieser Mann ist ja so was von schleimig.
    • 14.07.2012
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  • Herbert  Widmer , Sagogn
    Mir scheint, dass dem Europaschnorri entgangen ist in welchem Zustand Europa ist. Erst mal im eigenen Garten wischen.
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