Sion-Fans gegen Constantin: Duell der Dickköpfe
Die Sion-Fans streiken, Präsident Christian Constantin sperrt sie aus. Aus Abneigung ist Hass geworden. Wer gewinnt den Fussballkrieg im Wallis?
Von Alain Kunz | Aktualisiert um 08:31 | 17.11.2008
Die Walliser haben extrem harte Grinde. Dies sagt der Volksmund. Also ist vielleicht weder der aktuelle Krieg zwischen der Klubführung des FC Sion und Hardcore-Fans Zufall, noch dass der Ringkuhkampf eine Walliser Erfindung ist. Jährlich stossen sich am «combat des reines» die Kühe der Hérens-Rasse die Köpfe so lange, bis eine nachgibt und das Feld räumt.
Wer CC kennt, weiss: Der Mann gibt nicht nach. Nie. Die Fans können diesen Krieg nicht gewinnen.
Aber er verpufft seine Energie in einer Zeit, in welcher der FC Sion weiss Gott schon genug andere Probleme hat. Zum Beispiel kommen die Fans wegen der mangelnden Identifikationsmöglichkeit mit der aktuellen Söldnertruppe aus dem Architekturlabor Constantin ohnehin nicht mehr in Scharen ins Tourbillon. «Früher fuhren immer zehn Cars voll Fans aus dem Oberwallis an die Heimspiele des FC Sion. Heute sind es vielleicht noch zwei oder drei», sagt Samuel*, ein Mitglied des Oberwalliser Fanklubs «Freaks».
Und just jetzt eskaliert der Konflikt. Begonnen hat alles mit dem Stadionverbot gegen ein Mitglied der Freaks, nachdem dieses an einem Auswärtsspiel verbal ausfällig gegenüber Sicherheitsleuten geworden war. Für den Fanklub war das absolut unverhältnismässig. Der Klub indes stützte die Massnahme. Die Freaks reagierten auf ihre Art: Sie liessen im Heimspiel gegen GC Petarden steigen. Und das wiederum brachte CCs Statthalter Dominique Massimo auf die Palme, den Generaldirektoren des Klubs. In einem Kommuniqué entzog er den Freaks den Status als offizielle Fangruppierung. Und er drohte allen Mitgliedern und deren Sympathisanten mit einem dreijährigen Stadionverbot, sollten sich ähnliche Zwischenfälle wiederholen. Mitarbeiter sprechen davon, Massimos Motto sei nun, wer Krieg wolle, könne diesen auch haben. Dieser widerspricht: «Wir wollen keinen Krieg. Aber mit den Freaks haben wir nur Probleme. Sie kommen sturzbesoffen an die Spiele und zetteln im Kop Scherereien an. Allergisch reagiere ich aber vor allem auf Feuerwerkskörper. Und der Mann, der mit einem Stadionverbot belegt worden ist, hatte das Spielfeld betreten. Das ist die Wahrheit.»
In Bellinzona verbrüderte sich zuerst die Red Side mit den Freaks und verweigerten dem Team die Unterstützung weitgehend. Und gegen Vaduz gesellte sich mit den Ultras auch die dritte Hardcore-Gruppierung dazu. «Diese ständige Unruhe verdirbt und zerfrisst den Verein», schreiben sie in einem gemeinsamen Kommuniqué. «Wir nähern uns dem Hundertjahr-Jubiläum, sind aber weiter denn je von den Werten entfernt, die den Klub gross gemacht haben. Der Verein muss seine Zukunft ohne Herrn Constantin beschreiten.» Der Kollisionskurs gegen Constantin wegen seiner Art, den Verein zu führen und wegen der Stadionpläne in Martigny ist aber nicht neu. Das Spruchband «Dummkopf Constantin » darf seit Jahren ungestraft hochgehalten werden.
CC ist es egal. Aber den Fanstreik goutierte der Präsident/Trainer nicht. «Es ist das gute Recht der Fans zu sagen, was sie denken. Aber wenn das Auswirkungen auf die Mannschaft hat, wenn Spieler des eigenen Teams wie Esam El Hadary systematisch ausgepfiffen werden, dann stört das. Wir brauchen gute Fans. Solche mit Niveau. Das aber sind Pseudo-Fans. Lieber habe ich eine leere Tribüne als eine mit Leuten, die sich dumm verhalten», sagte CC nach dem 3:1 gegen Vaduz.
Gestern nun bestätigte CC: «Ja, ich werde die Nordtribüne für die Spiele gegen Luzern und Xamax schliessen lassen. Ich habe die Macht dazu. Wer ein Saisonabo hat, den lasse ich auf die Südtribüne. Der Rest kann zu Hause bleiben.» Nun stehen aber auf der Südtribüne die gegnerischen Fans. Und Steinschlachten hat es dort schon oft gegeben, liegt doch reichlich Kies um das veraltete Tourbillon herum. CC: «Kein Problem. Die Sektoren sind ja getrennt. Und wenn sich unsere Fans ohnehin mit dem Gegner verbrüdern wollen, sind sie ja am richtigen Ort.»
Dabei hatten die nun abgestraften Fanklubs geplant, die Nordtribüne im Spiel gegen Xamax freiwillig nicht zu betreten. Um CC eins «reinzubrennen». Nun ist ihnen CC zuvorgekommen.
Wer CC kennt, weiss: Der Mann gibt nicht nach. Nie. Die Fans können diesen Krieg nicht gewinnen.
Aber er verpufft seine Energie in einer Zeit, in welcher der FC Sion weiss Gott schon genug andere Probleme hat. Zum Beispiel kommen die Fans wegen der mangelnden Identifikationsmöglichkeit mit der aktuellen Söldnertruppe aus dem Architekturlabor Constantin ohnehin nicht mehr in Scharen ins Tourbillon. «Früher fuhren immer zehn Cars voll Fans aus dem Oberwallis an die Heimspiele des FC Sion. Heute sind es vielleicht noch zwei oder drei», sagt Samuel*, ein Mitglied des Oberwalliser Fanklubs «Freaks».
Und just jetzt eskaliert der Konflikt. Begonnen hat alles mit dem Stadionverbot gegen ein Mitglied der Freaks, nachdem dieses an einem Auswärtsspiel verbal ausfällig gegenüber Sicherheitsleuten geworden war. Für den Fanklub war das absolut unverhältnismässig. Der Klub indes stützte die Massnahme. Die Freaks reagierten auf ihre Art: Sie liessen im Heimspiel gegen GC Petarden steigen. Und das wiederum brachte CCs Statthalter Dominique Massimo auf die Palme, den Generaldirektoren des Klubs. In einem Kommuniqué entzog er den Freaks den Status als offizielle Fangruppierung. Und er drohte allen Mitgliedern und deren Sympathisanten mit einem dreijährigen Stadionverbot, sollten sich ähnliche Zwischenfälle wiederholen. Mitarbeiter sprechen davon, Massimos Motto sei nun, wer Krieg wolle, könne diesen auch haben. Dieser widerspricht: «Wir wollen keinen Krieg. Aber mit den Freaks haben wir nur Probleme. Sie kommen sturzbesoffen an die Spiele und zetteln im Kop Scherereien an. Allergisch reagiere ich aber vor allem auf Feuerwerkskörper. Und der Mann, der mit einem Stadionverbot belegt worden ist, hatte das Spielfeld betreten. Das ist die Wahrheit.»
In Bellinzona verbrüderte sich zuerst die Red Side mit den Freaks und verweigerten dem Team die Unterstützung weitgehend. Und gegen Vaduz gesellte sich mit den Ultras auch die dritte Hardcore-Gruppierung dazu. «Diese ständige Unruhe verdirbt und zerfrisst den Verein», schreiben sie in einem gemeinsamen Kommuniqué. «Wir nähern uns dem Hundertjahr-Jubiläum, sind aber weiter denn je von den Werten entfernt, die den Klub gross gemacht haben. Der Verein muss seine Zukunft ohne Herrn Constantin beschreiten.» Der Kollisionskurs gegen Constantin wegen seiner Art, den Verein zu führen und wegen der Stadionpläne in Martigny ist aber nicht neu. Das Spruchband «Dummkopf Constantin » darf seit Jahren ungestraft hochgehalten werden.
CC ist es egal. Aber den Fanstreik goutierte der Präsident/Trainer nicht. «Es ist das gute Recht der Fans zu sagen, was sie denken. Aber wenn das Auswirkungen auf die Mannschaft hat, wenn Spieler des eigenen Teams wie Esam El Hadary systematisch ausgepfiffen werden, dann stört das. Wir brauchen gute Fans. Solche mit Niveau. Das aber sind Pseudo-Fans. Lieber habe ich eine leere Tribüne als eine mit Leuten, die sich dumm verhalten», sagte CC nach dem 3:1 gegen Vaduz.
Gestern nun bestätigte CC: «Ja, ich werde die Nordtribüne für die Spiele gegen Luzern und Xamax schliessen lassen. Ich habe die Macht dazu. Wer ein Saisonabo hat, den lasse ich auf die Südtribüne. Der Rest kann zu Hause bleiben.» Nun stehen aber auf der Südtribüne die gegnerischen Fans. Und Steinschlachten hat es dort schon oft gegeben, liegt doch reichlich Kies um das veraltete Tourbillon herum. CC: «Kein Problem. Die Sektoren sind ja getrennt. Und wenn sich unsere Fans ohnehin mit dem Gegner verbrüdern wollen, sind sie ja am richtigen Ort.»
Dabei hatten die nun abgestraften Fanklubs geplant, die Nordtribüne im Spiel gegen Xamax freiwillig nicht zu betreten. Um CC eins «reinzubrennen». Nun ist ihnen CC zuvorgekommen.
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